Der finanzielle Schaden, der durch Immobilien-Investments der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen entstanden ist, ist Berichten zufolge wahrscheinlich höher als bislang angenommen. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) beziffert den möglichen Schaden allein
für die 58 bundesweit agierenden gesetzlichen Krankenkassen auf 1,1
Milliarden Euro, wie WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine Kleine Anfrage der Grünen berichten. Bisher war von rund 220 Millionen Euro die Rede gewesen.
Insgesamt zwölf Krankenkassen haben demnach rund 900 Millionen in
Schuldscheindarlehen und elf Krankenkassen insgesamt 200 Millionen Euro
in Inhaberschuldverschreibungen investiert, die alle als »leistungsgestört« gelten. Leistungsgestört bedeutet, die Anlagen verfehlen die Renditeerwartungen deutlich und können sogar zu einem
Totalverlust führen.
Der tatsächliche Schaden könnte demnach noch größer ausfallen. Denn das BAS beaufsichtigt nur bundesweit
agierende Krankenkassen, nicht regional tätige. Insgesamt gibt es in Deutschland 93 gesetzliche
Krankenkassen, hinzu kommen 17 Kassenärztliche Vereinigungen.
Beitragsgelder von Versicherten
Bei den verlorenen Geldern handelt es sich den Berichten zufolge um
Beitragsgelder von gesetzlich Versicherten. Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen entspreche das Geld Mitgliedsbeiträgen von Ärztinnen und
Ärzten.
Derzeit werde unter anderem durch Bundes- und
Landesbehörden untersucht, wie es zu den Fehlinvestments kommen konnte. Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen dürfen das Geld ihrer Beitragszahler nur besonders risikoarm anlegen.
