Im August hat sich das Geschäftsklima unter Selbstständigen und Kleinstunternehmern zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Index stieg von minus 22,6 auf minus 19,7 Punkte, wie das Münchener ifo Institut in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Jimdo ermittelte. Demnach blicken vor allem Selbstständige weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Ihre laufenden Geschäfte bewerten sie ebenfalls seltener negativ.
Selbstständige haben außerdem weniger
Schwierigkeiten, ihre künftige Geschäftsentwicklung
einzuschätzen. Im August gaben 32,2 Prozent der Befragten an,
dass ihnen dies schwerfalle. Im April hatte der Anteil noch bei 38,8 Prozent gelegen. »Wenn sich Krisen zuspitzen, wächst bei Selbstständigen
die Verunsicherung über die eigene Zukunft«, sagte ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. »Sie sind auf stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit
angewiesen.«
Der Index bildet alle Sektoren ab; der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor. Befragt werden monatlich etwa
1.800 Soloselbstständige sowie Kleinstunternehmen mit bis zu neun
Mitarbeitenden. Als Soloselbstständige oder Freelancer werden Erwerbstätige bezeichnet, die keine Angestellten haben und unabhängig für verschiedene Auftraggeber arbeiten.
Im Gastgewerbe und bei Kreativen gab es kaum Verbesserungen: »Trotz der positiven Signale bleibt die Situation herausfordernd«, sagte Demmelhuber. Zuversichtlicher sind hingegen IT-Dienstleister und Unternehmensberatungen. Im
Einzelhandel gab es eine Verbesserung des Geschäftsklimas, wenn auch auf
niedrigem Niveau.
Zuletzt wuchs die deutsche Wirtschaft drei Monate in Folge. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben
deshalb ihre Konjunkturprognosen nach oben korrigiert. Sie
rechnen mit einem Wachstum von bis zu 1,4 Prozent. Die Bundesregierung geht hingegen bislang nur von einem Wachstum von 0,5 Prozent aus.
