Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat ein Einfuhrverbot für Milchprodukte, die meisten alkoholischen Getränke und Motorräder aus Kanada angekündigt. Das Verbot tritt den Angaben zufolge in drei Wochen in Kraft. Die Ankündigung erfolgte an dem Tag, an dem die Gegenzölle in Kraft traten, die Kanada künftig auf US-Importe erhebt.
Zuvor hatte Trump bereits angekündigt, kanadischen Firmen den Zugang zum Beschaffungswesen von US-Behörden zu verwehren. In einem Post auf seiner Onlineplattform wies er eigene Behörden an, entsprechende Schritte einzuleiten, um Produkte kanadischen Ursprungs von Beschaffungslisten zu entfernen. Auf diesen sind Unternehmen aufgeführt, von denen US-Behörden über Rahmenverträge Produkte und Dienstleistungen beziehen können.
Trump verband seine Anweisung mit der Forderung, US-Firmen, darunter Milchlandwirten, gleichwertigen Zugang zum kanadischen Markt zu gewähren. Der US-Präsident spricht im Zollstreit immer wieder davon, dass es ein Handelsungleichgewicht zulasten der USA gebe. Mit diesem Argument hatte er auch gegen zahlreiche andere Länder Zölle verhängt.
Handelsgespräche waren gescheitert
Handelsgespräche zwischen den USA und dem nördlichen Nachbarn Kanada waren zuletzt gescheitert. Die USA hatten deshalb im August Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt, darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein. Kanada kündigte daraufhin Gegenzölle an. Betroffen sind davon Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik.
Trump kündigte am Montag an, dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier den Vertrieb in den USA zu untersagen, sollte das Unternehmen nicht im Land produzieren. Zudem unterzeichnete er eine Verfügung, nach der der Ontariosee in »Amerikasee« umbenannt werden soll.
