Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sind in Köln Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straßen gegangen. Unter dem Motto »Keine Rechtsextremisten an die Macht« kamen laut Polizei rund 9.000 Menschen auf dem Kölner Heumarkt zusammen. Ein WDR-Reporter sprach derweil von um die 15.000 Teilnehmenden, die Veranstalter von 20.000. Das Bündnis »Köln stellt sich quer« hatte zu der Demo aufgerufen. Ziel sei es, einen Raum für erste Reaktionen, Protest und Analysen zu schaffen, teilte die Organisation mit.
In einer Situation, in der »Rechtsextreme in einem Bundesland erstmals an die Macht kommen können, wollen und müssen wir Demokratinnen und Demokraten laut und deutlich unsere Stimme erheben«, hieß es weiter. Man demonstriere für eine stabile Brandmauer zur AfD, sowohl in den Landesparlamenten als auch in der Zivilgesellschaft, und gegen Rassismus, Antisemitismus, Hass und Gewalt.
Bürgermeisterin begrüßt Bekenntnis zur Brandmauer
Nach Berichten lokaler Medien wie dem Kölner Stadt-Anzeiger war der Versammlungsort vor dem Beginn verschiedener Reden komplett gefüllt. Neben gesellschaftlichen Gruppen wie dem ColognePride waren auch Vertreter einiger Parteien anwesend, etwa von den Grünen, den Jusos – also der Jugendorganisation der SPD – oder von der Linken.
Die Kölner Bürgermeisterin und Sprecherin von »Köln stellt sich quer«, Brigitta von Bülow, sagte in ihrer Rede, dass auch Köln »nicht immun gegen demokratiefeindliche Tendenzen« sei. Umso froher sei sie, dass sich alle demokratischen Parteien im Stadtrat nach der Wahl in Sachsen-Anhalt klar zur Brandmauer bekannt hätten. »Feinde der Demokratie dürfen nicht salonfähig gemacht werden«, sagte von Bülow.
Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag hatte die AfD mit 43,8 Prozent der Stimmen einen klaren Wahlsieg eingefahren. Die CDU um den regierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze halbierte derweil mit 17,2 Prozent ihr Ergebnis von 2021 und landete abgeschlagen auf Platz zwei. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Tobias Rausch, kündigte im Anschluss an, alle Parteien zu Sondierungsgesprächen einladen zu wollen. Außer dem BSW lehnen die Parteien jedwede Zusammenarbeit mit der AfD ab.
