Nach dem Sieg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt fordern die Hochschulen den Fortbestand ihrer wissenschaftlichen Unabhängigkeit. «Wissenschaftsfreiheit, Kunstfreiheit und Hochschulautonomie müssen dem tagespolitischen Streit entzogen werden», sagten der Präsident der bundesweiten Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Walter Rosenthal, und der Präsident der Landesrektorenkonferenz (LRK) Sachsen-Anhalt, Folker Roland, in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Hochschulen des Landes erwarteten, dass die am Sonntag gewählten Abgeordneten nun eine «handlungsfähige Regierung auf der Grundlage von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit» ermöglichten. «Internationale Studierende und Forschende müssen weiterhin darauf vertrauen können, in Sachsen-Anhalt willkommen und vor Diskriminierung geschützt zu sein», so HRK-Präsident Rosenthal, der bis 2023 der Friedrich-Schiller-Universität Jena vorstand, und LRK-Präsident Roland, der seit 2017 die Hochschule Harz leitet.
Bündnis hatte vor hochschulpolitischen Plänen der AfD gewarnt
Vor den Landtagswahlen hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Studierendenvertretungen und Wissenschaftsorganisationen vor den hochschulpolitischen Plänen der AfD in Sachsen-Anhalt gewarnt. Die AfD fordert in ihrem Regierungsprogramm unter anderem die Abkehr vom Bologna-System mit seinen Bachelor- und Master-Abschlüssen, die Abschaffung von Gleichstellungsbeauftragten sowie die Zurückdrängung von Forschungsrichtungen wie Gender Studies und Studien zur menschengemachten Klimakrise, während sie andere, politisch erwünschte Ansätze gezielt fördern will. Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung kam in einer Analyse der AfD-Pläne zu dem Schluss, dass sie die Studienbedingungen verschlechtern und die Abwanderung qualifizierter Forscher begünstigen würden.
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