Der Iran will nahe der strategisch
wichtigen Straße von Hormus eine »Sperrzone«
einrichten. Das sagte der Chef des Obersten
Nationalen Sicherheitsrats des Iran, Mohsen Resai, im iranischen Staatsfernsehen. In den kommenden Tagen werde
»eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus verkündet«, sagte Resai. Diese Zone beginne
an der Blockadelinie der US-Marine und umfasse Gebiete des Persischen Golfs. Jedes
Schiff, das in diese neue Zone einfahre, werde auf eine Sanktionsliste gesetzt.
Die Straße von Hormus spielt für den weltweiten
Handel mit Öl und Gas eine wichtige Rolle. Vor Beginn des Krieges Ende Februar wurde über die Meerenge etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Der Iran hat die die Straße von Hormus weitgehend
blockiert. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. Die Ölpreise stiegen weltweit an.
Aufgrund der US-Seeblockade hat der Iran mit
Schwierigkeiten beim Ölimport zu kämpfen. Am Sonntag kündigte der Iran eine Erhöhung der Kraftstoffpreise für Großverbraucher an. Laut Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani betrifft die Preiserhöhung die dritte Stufe eines Kontingentsystems für Kraftstoffpreise. Ab dem 8. September verdopple sich der Preis auf 100.000 iranische
Rial – umgerechnet 3,9 Euro-Cent. Die Preise für die ersten
beiden Kontingentstufen bleiben Mohadscherani zufolge jeweils unverändert.
Ölpreise steigen zum Wochenauftakt
Der Iran ist einer der weltweit größten Ölproduzenten. Wegen eines Subventionssystems sind Kraftstoffe in dem Land relativ günstig. Jede
Preisänderung gilt daher als politisch heikel.
An den Märkten stieg zum
Wochenauftakt der Ölpreis in Richtung 100-Dollar-Marke. Das Nordseeöl
Brent und das US-Öl WTI legten in der Spitze um 1,3 Prozent auf 97,53
beziehungsweise 92,71 US-Dollar je Fass zu. Der Preis
für Brent stieg in der vergangenen Woche um fast acht Prozent, der für WTI um
fast zehn Prozent.
Nach gegenseitigen Angriffen
der USA und des Iran auf Tanker ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus
auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. Wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht, fuhren in den
vergangenen zehn Tagen im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die
Meerenge.
