
Das Konzept, außerhalb Europas Zentren für die Rückkehr abgelehnter oder chancenloser Asylbewerber einzurichten, mag nicht ideal sein. Es birgt Risiken, die von einer schlechten Behandlung von Migranten bis zur Bildung von Radikalisierungshochburgen reichen. Die fünf Innenminister, die am Freitag über einen Zwischenstand berichtet haben, betonten wohl auch deshalb, dass alle internationalen Verpflichtungen und Rechtsvorgaben eingehalten werden sollten.
Die Logik der Schlepper unterlaufen
Bedenken soll Rechnung getragen werden, aber sie dürfen diesen Versuch nicht unterlaufen. Es geht darum, die nicht erst seit 2015 aus dem Ruder gelaufene Einwanderung über das Asylsystem wieder einigermaßen unter Kontrolle zu bringen.
Es soll die Logik unterlaufen werden, die bislang den kriminellen Schlepperorganisationen das Geschäft sichert: Wer es einmal in die EU geschafft hat, wird sie nicht wieder verlassen müssen und kann sich letztlich sein Wunschland aussuchen.
Denn das haben die vergangenen Jahre gezeigt: Die irreguläre Masseneinwanderung bringt ebenfalls enorme Risiken mit sich. Sie reichen von Kriminalität bis zu Terrorismus, indirekt auch Stärkung des Extremismus.
Gerade wer den Sozialstaat und, ja, auch eine mäßige, kontrollierte Einwanderung und Vielfalt unserer Gesellschaft für wichtig hält, dem sollte an einer Lösung gelegen sein. Wobei das Treffen in Kopenhagen auch gezeigt hat: Es ist noch ein Weg dorthin zu gehen, wie weit, ist unklar.
