Mick Schumacher wird befördert. Der frühere Formel-1-Pilot hat einen Vertrag beim amerikanischen IndyCar-Rennstall Meyer Shank Racing unterschrieben. Das gaben der Sohn des Rekordweltmeisters der Formel 1, Michael Schumacher, und das Team am Freitagmorgen (Ortszeit) bekannt.
Der Wechsel Schumachers von seinem ersten Team in der IndyCar-Serie, RLL steht für Rahal Letterman Lanigan Racing, zu Meyer Shank gilt als Aufstieg. Dieses Team stellte seinen Fahrern in der Ende August abgeschlossenen Saison offenbar bessere Rennwagen zu Verfügung. Felix Rosenqvist wurde Neunter in der Fahrerwertung. Der Schwede gewann im Mai die Indy500, eines der berühmtesten Rennen im Motorsport. Schumacher nimmt seinen Platz ein. Rosenqvist kehrt zu Arrow-McLaren zurück.
Unfälle und Teamfehler
Schumachers Premieren-Saison in einem Indycar-Auto verlief teilweise unglücklich. In dem deutlich unterlegenen Boliden leistete er sich drei selbst verschuldete Unfälle. Weil auch dem Team folgenschwere Fehler unterliefen, reichte es nur zu Rang 23 in der Gesamtwertung.
Kenner der Szene erklärten Yuki Tsunoda zu einem ernsthaften Konkurrenten für Schumacher beim Kampf um den frei gewordenen Platz bei Meyer Shank. Der vom Formel-1-Rennstall Racing Bulls Ende des vergangenen Jahres zum Ersatzfahrer degradierte Japaner wurden wegen seiner Nähe zum Motorenlieferanten Honda, Ausrüster von Meyer Shank, steigende Chancen eingeräumt.
Zwar spielen in der IndyCar auch Sponsorenverträge als Mitgift eine Rolle bei der Verpflichtung von Piloten. Sechs bis acht Millionen Dollar (etwa fünf bis sieben Millionen Euro) sind durchaus üblich. Aber für Schumacher sprach erstens sein Ruf, sehr hart zu arbeiten und den Ingenieuren präzise Auskunft über das Fahrverhalten des Autos mitteilen zu können. Und zweitens seine erstaunliche Qualität auf den für ihn unbekannten Oval-Kursen.
„Mick Schumachers Rookie-Saison in der IndyCar brachte ein unerwartetes Ergebnis, denn der Neuling in der Serie beendete seine erste Karriere im Ovalrennsport als bester Fahrer für das Rahal Letterman Lanigan Racing Team. Er kann stolz sein“, schrieb der amerikanische Fachjournalist Marshall Pruett. Sechs der 18 Rennen werden auf Oval-Kursen gefahren, darunter das Indy500. Schumacher belegte als bester Rookie in Indianapolis Rang 18.
Sein neues Team scheint Entwicklungspotential in dem 27 Jahre alten, in der Schweiz aufgewachsenen Deutschen zu sehen. Im Vergleich zur RRL gilt Meyer Shank dank seiner Erfahrung und Erfolge als gute Adresse für Fahrer, denen Erfahrung und eine konstante Betreuung in der IndyCar-Serie fehlt. Bei RRL musste Schumacher innerhalb einer Saison mit fünf verschiedenen Renningenieuren zusammenarbeiten.
