Die Polizei hat laut NRW-Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug des Verdächtigen für mehrere Sabotageaktionen gegen die deutsche Stromversorgung gestürmt. Der Zugriff sei in Niederzier erfolgt, sagte der CDU-Politiker. Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen. Zuvor sei seine Wohnung durchsucht
worden, dort seien »sprengstoffverdächtige Gegenstände« entdeckt
worden.
Der Mann soll mehrere Bekennerschreiben zu den Sabotageversuchen verfasst haben. Darin habe er sich zum Kampf gegen fossile
Energieträger bekannt. »Nach aktuellem Stand muss man von Klimaextremismus ausgehen«,
sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).
»Wir prüfen, ob der Verfasser tatsächlich mit den Taten zu tun hat«, sagte Reul. Stand jetzt bewerte man die Briefe als authentisch. Reul warnte aber auch: »Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.« Man prüfe, ob der Verdächtige allein gehandelt habe und ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gebe.
In Nordrhein-Westfalen hatten Unbekannte am Dienstagabend
ein Umspannwerk angegriffen, woraufhin mehrere Blöcke der
Kohlekraftwerke von RWE in Niederaußem und Neurath vorübergehend
vom Netz mussten. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt hier
wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
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