Erpresser sind bei einem Hackerangriff auf das Datennetz der Berliner Verwaltung in großem Stil an Daten und Dokumente gelangt. Welche Konsequenzen hatten solche Angriffe in der Vergangenheit für Bürger und Verwaltungen?
Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln Cyberkriminelle die Daten auf Servern und Computern ihrer Opfer mit Schadsoftware. Eine Entschlüsselung wird nur gegen Zahlung eines Lösegelds (englisch: ransom) in Aussicht gestellt – meist in Kryptowährungen wie Bitcoin. Häufig drohen die Täter zusätzlich mit der Veröffentlichung sensibler gestohlener Daten, um Druck zu erhöhen.
Cyberangriffe auf Behörden, öffentliche Institutionen und Unternehmen sind kein Einzelfall – weder in Deutschland noch im Ausland: In der Bundesrepublik wurden 2025 nach Angaben des Bundeskriminalamts 1.041 Fälle angezeigt, 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Muster bei öffentlichen Einrichtungen ist fast immer gleich: Viele Behörden verweigern die Zahlung, die Wiederherstellung der Daten dauert oft Monate, und die Täter – häufig im Ausland – werden selten gefasst.
Ausfälle legen Behörden lahm – mit direkten Folgen für die Bürger
Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) war im Juli 2021 der erste deutsche Landkreis, der wegen eines Cyberangriffs den Katastrophenfall ausrief. Denn die Folgen waren gravierend: Bürgerdienstleistungen konnten nicht erbracht, Sozial- und Unterhaltsleistungen mindestens eine Woche lang nicht ausgezahlt werden. Erst nach sieben Monaten wurde der Katastrophenmodus beendet – mit Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro. Täter wurden bislang nicht gefasst.
In der Nacht zum 30. Oktober 2023 wurden bei einem Ransomware-Angriff auf den kommunalen IT-Dienstleister Südwestfalen-IT zahlreiche Dateien verschlüsselt. Die Auswirkungen spürten 74 Kommunen mit insgesamt rund 1,7 Millionen Einwohnern. Zahlreiche kommunale IT-Verfahren fielen aus.
Im Januar 2026 fällt in Stuttgart ein Urteil gegen ein mutmaßliches Mitglied der international tätigen Hackergruppe «GandCrab» – sieben Jahre Haft. Die Gruppe erpresste in mehreren Bundesländern 22 Unternehmen und Einrichtungen, darunter auch Krankenhäuser und ein Theater. Sechs von ihnen sollen Lösegeld gezahlt haben. Allein bei den in Stuttgart angeklagten Fällen beläuft sich der wirtschaftliche Schaden auf rund 2,3 Millionen Euro.
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