Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat den staatlichen Impfplan für Kinder geändert. Die Zahl der für alle Kinder empfohlenen Impfungen soll künftig von 17 auf 11 gesenkt werden, teilte das US-Gesundheitsministerium mit. Demnach wurden unter anderem die bisher empfohlenen Impfungen gegen Rotaviren, Influenza und Covid-19 aus dem Impfplan gestrichen.
Damit überlassen die US-Behörden nun sechs bislang staatlich empfohlene Impfungen der Entscheidung der Eltern: Rotavirus, Covid-19, Grippe, Hepatitis A, Hepatitis B und Meningokokken, die eine Hirnhautentzündung auslösen können. Nur für Risikopatienten soll die Empfehlung des Gesundheitsministeriums für Meningokokken sowie für Hepatitis A und Hepatitis B weiter gelten, allerdings wird diese Gruppe in der Ankündigung nicht näher definiert.
Für diese Kinder “aus bestimmten Risikogruppen” empfiehlt das Ministerium zudem eine Impfung gegen Dengue-Fieber und Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV). Zudem sollen Kinder gegen eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) nur noch eine anstatt der bisherigen zwei Impfdosen bekommen.
Widerspruch zu wissenschaftlich fundierten Impfempfehlungen
Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte die Impfkommission mit der Überprüfung der mehr als 30 Jahre alten Regeln beauftragt. Der ehemalige Umweltanwalt und Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy gilt als ausgewiesener Impfgegner. Er verbreitete in der Vergangenheit Verschwörungserzählungen und brachte Impfungen etwa mit Autismus bei Kindern in Zusammenhang. Einen solchen Zusammenhang haben Wissenschaftler widerlegt.
Die nun angekündigte Reform des US-Impfwesens steht im deutlichen Widerspruch zu den seit Jahren bewährten und wissenschaftlich fundierten Empfehlungen, mit denen Krankheiten durch Routine-Impfungen eingedämmt werden. Kritik hatte es bereits an ähnlichen Entscheidungen im Gesundheitswesen der USA gegeben.
Neue Fälle von weitgehend ausgerottete Krankheiten wie Masern
Angesichts einer steigenden Impfskepsis in den USA und des neuen Kurs der Gesundheitspolitik warnen Fachleute vor einer Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die durch Impfungen im Kindesalter als weitgehend ausgerottet galten. In diesem Jahr erlebten die USA etwa den schlimmsten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren, mit mehr als 1.400 Fällen. An der Grippe starben in der Saison 2024/25 fast 300 Kinder in den USA.
Dort sind einige Impfungen wie die gegen Masern, Mumps und Röteln für die Einschulung verpflichtend, andere wurden bislang dringend empfohlen. In zahlreichen Bundesstaaten können Eltern ihre Kinder jedoch von einer Impfung befreien lassen, etwa aus religiösen Gründen.
