
Nach dem Brand von fünf Betonmischern auf dem Firmengelände eines international tätigen Baustoffkonzerns mit Sitz in Rosbach im Wetteraukreis ermittelt die Polizei wegen eines mutmaßlichen Anschlags – offenbar mit politischem Hintergrund. Wie das hessische Innenministerium am Donnerstag mitteilte, ist ein Bekennerschreiben auf der Plattform „indymedia.org“ veröffentlicht worden, das nun von den Ermittlungsbehörden geprüft werde. Demnach wird der Verdacht nahegelegt, dass Linksextremisten die Fahrzeuge in Brand gesteckt haben.
Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von einem „schweren Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen“. Dass niemand verletzt worden sei, sei allein dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr und Polizei zu verdanken. Die Tat ereignete sich in der Nacht zu Mittwoch gegen 1.10 Uhr. Fünf Lastwagen standen in Flammen, insgesamt wurden sieben Fahrzeuge beschädigt. Der Schaden wird vorläufig auf 800.000 Euro geschätzt.
Bekennerschreiben wird geprüft
In dem Bekennerschreiben wird Bezug genommen auf geschäftliche Verbindungen des Unternehmens Heidelberg Materials nach Israel. Deren Tochterunternehmen Hanson Israel betreibe dort mehrere Betonwerke, die sich „auf besetztem palästinensischem Gebiet im Westjordanland“ befänden.
„Sollte sich ein extremistischer Hintergrund bestätigen, so fügt sich diese Tat in eine Entwicklung ein, vor der ich seit Langem warne“, sagte Poseck weiter. Die Zahl linksextremer Gewalttaten in Hessen habe sich im vergangenen Jahr nahezu verdreifacht, von 15 auf 44. „Wer glaubt, den Nahostkonflikt mit Brandsätzen auf hessischen Firmengeländen austragen zu können, hat mit der ganzen Härte des Rechtsstaats zu rechnen. Extremismus ist Extremismus, ganz gleich aus welcher Richtung er kommt und er findet in Hessen keinen Raum.“
Die Information, dass Heidelberg Materials 2007 Hanson Israel übernommen hat, stammt direkt von der Website des deutschen Unternehmens. Dort heißt es weiter: „Der Erfolg von Hanson Israel basiert auf tief verwurzelten Werten, der kompromisslosen Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und Regularien sowie dem Engagement für Fortschritt und technologische Entwicklung.“ Heidelberg Materials veröffentlichte am Donnerstag keine Stellungnahme zu dem Brandanschlag.
