
Die niederländische Zentralbank DNB bewahrt ihr Gold an vier Orten auf: im heimischen Zeist, in London, New York und Ottawa. Jetzt hat sie umgeschichtet, über Käufe und Verkäufe und über den Transport bestehenden Golds. Per saldo ist ein Teil des Vorrats aus Nordamerika nach London umgezogen.
In den Notenbanken der USA und Kanadas lagert jetzt gut ein Drittel statt etwas mehr als der Hälfte. Nun hat die DNB schon 2014 Gold aus den USA abgezogen, wobei sie es in die Heimat holte, nicht nach London. Das solle das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken, hieß es damals – vor der Ära Trump – noch ganz offiziell.
Inzwischen sind die Sorgen der Bürger gewachsen: Immerhin schimpft der US-Präsident regelmäßig über Europa und untergräbt das Vertrauen in die Unabhängigkeit der eigenen Notenbank. Frankreich hat seinen US-Goldvorrat schon abgebaut, in Deutschland sind entsprechende Stimmen aufgekommen.
Londoner Gold im Krisenfall einfacher zu handeln
Die DNB hat in anderem Kontext ihre Sorgen wegen der Vereinigten Staaten erkennen lassen. Der Finanzsektor sei so abhängig von „großen außereuropäischen Cloudlieferanten“. Den neuesten Goldumzug begründet sie nun diplomatisch. Die geopolitische Unruhe nehme zu; der Bestand sei gleichmäßiger verteilt auf das Inland, London und Nordamerika; und Londoner Gold sei in der Krise einfacher zu handeln.
Beachtenswert ist: Die DNB hat nicht nur Gold aus New York abgezogen, sondern in kleinem Umfang auch aus Kanada. So kann niemand behaupten, die DNB handle einseitig gegen die USA – außer, man betrachtete Kanada schon als einen Teil von ihnen.
