
Der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ist am Donnerstag das entscheidende Manöver bei ihrer Mission „Bepicolombo“ zur Erforschung des Merkurs gelungen, wie die ESA mitgeteilt hat. Zwei Flugkörper, die als Orbiter den Planeten umkreisen werden, haben sich von dem Raumfahrzeug getrennt, das sie auf einem acht Jahre dauernden Flug in die Nähe des Merkurs gebracht hat. Der Steuerbefehl für die Trennung war schon vorher zu dem Raumfahrzeug übertragen worden, sodass er in dessen Bordcomputer gespeichert war. Ein Funksignal bestätigte am Donnerstagnachmittag das Gelingen des Manövers in einer Entfernung von mehr als 200 Millionen Kilometern von der Erde.
Die ESA überwacht dieses Manöver und den weiteren Flug der beiden Orbiter in ihrem Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt. Bei der Mission arbeiten die europäischen Raumfahrtexperten mit der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa zusammen. Die Mission kostet der ESA zufolge 1,7 Milliarden Euro.
Die beiden Orbiter hängen zunächst noch zusammen. Nach den Plänen der ESA werden sie im November von der Schwerkraft des Merkurs erfasst und angezogen. Im Dezember sollen sie sich voneinander trennen. Bis März wird es dauern, bis sie auf ihren vorgesehenen Umlaufbahnen um den Planeten angekommen sind. Danach kreisen die beiden Orbiter auf unterschiedlichen Bahnen in Form von Ellipsen um den Planeten.
Ein Orbiter nimmt den Planeten mit einer Kamera, mit einem Sensor für Wärmestrahlung sowie mit Laser- und Röntgenstrahlen auf. Der zweite Orbiter, der in weiterem Abstand zum Merkur bewegt, wird sein Magnetfeld vermessen und dabei auch die Wirkung des Sonnenwinds auf das Magnetfeld untersuchen.
Im April wird mit der Auswertung der zur Erde gefunkten Daten die wissenschaftliche Arbeit beginnen. Von der Erforschung des Merkurs erhoffen sich die Wissenschaftler auch Rückschlüsse auf die Entstehung der Erde.
