Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt. Regierungschef Friedrich Merz (CDU) postete einen Film bei Instagram, in dem Rauhe aus der Sportlerkleidung des Kanuten in einen Anzug wechselt und vom Bundeskanzler mit den Worten: „Herr Staatsminister, herzlich willkommen, ich freue mich sehr, willkommen im Team“, im Bundeskanzleramt begrüßt wird. Die Zuständigkeit für den Sport war als Teil der Regierungsbildung unter Merz aus dem Bundesinnenministerium ins Kanzleramt gewechselt.
Im Zwischenschnitt wird über Olympiamedaillen–- mutmaßlich Rauhes – geschwenkt, der inzwischen 44 Jahre alte, im damaligen Westteil Berlins geborene Rauhe hatte seine erste Olympiamedaille im Jahr 2000 in Sydney gewonnen und seine Sportlerkarriere nach dem Olympiasieg im Viererkajak in Tokio 2021 beendet. 17 Jahre zuvor in Athen war Rauhe bereits Olympiasieger im Zweierkajak geworden, zudem gewann er in Peking 2008 eine Silber- und in Rio de Janeiro eine weitere Bronzemedaille.
Rauhe folgt auf Schenderlein
Rauhe wird Nachfolger der bisherigen Staatsministerin Christiane Schenderlein, die den Posten im Rahmen der Kabinettsumbildung von Kanzler Merz verloren hatte und seit 29. Juli Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit ist. Einen Grund für die Ablösung hatte Merz nicht genannt.
Anschließend waren immer wieder Namen angeblicher Kandidaten oder Kandidatinnen für den Posten genannt worden, um den Posten entwickelten sich Spekulationen, die unterschiedlich ernst zu nehmen waren. Den Schlusspunkt in dieser Hinsicht setzte am vergangenen Wochenende die frühere Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ eine Art Initiativbewerbung formulierte und in der ihr eigenen Art ihre grundsätzliche Eignung feststellte.
Rauhe kündigte bei seiner Vorstellung im Kanzleramt am frühen Nachmittag an, die geplante Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele wie auch die Spitzensportreform voranzutreiben. Deutschlands beste Sportlerinnen und Sportler, sagte Rauhe mit Blick auf seine weitere Zuständigkeit, träten an für ein Land, in dem „täglich Millionen Menschen“ mit ihrem Engagement im Ehrenamt „unser Land zusammenhalten. Ich weiß, es liegen große Aufgaben vor uns“, sagte Rauhe, aber wenn er eines im Sport gelernt habe, dann, dass man große Aufgaben gemeinsam bewältige.
Erste Reaktionen deuten darauf hin, dass die Besetzung des Postens im Sport gut ankommt. Christian Seifert, der Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sagte der F.A.Z., er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Rauhe, den er für eine „sehr gute“ Wahl halte: „Er hat das deutsche Sportfördersystem von Anfang bis Ende durchlaufen und hat herausragende sportliche Erfolge vorzuweisen. Ich habe ihn als sehr kommunikationsstarke und integre Persönlichkeit kennengelernt.“
Auch Pia Greiten, die Präsidentin der Athletenvereinigung Athleten Deutschland, teilte mit, sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Rauhe. „Wichtige Themen aus dem Koalitionsvertrag wie die soziale Absicherung oder die Aufstockung der Förderplätze bei der Bundeswehr können jetzt mit seiner Expertise direkt angegangen werden“, hieß es in einer Pressemitteilung.
