Nach dem Vorfall nahe dem Kraftwerk Jänschwalde spricht die brandenburgische Landesregierung von versuchter Sabotage. Es sei inzwischen eine zweistellige Zahl an Sprengvorrichtungen gefunden worden, sagte Landesinnenminister Jan Redmann (CDU). Gegenwärtig werden davon ausgegangen, »dass mittels eines Treibsatzes leitfähiges Material in die
Höchstspannungsleitung gebracht wurde, das dort also reingeflogen ist«. Ziel sei es gewesen, durch das leitfähige Material einen Kurzschluss herbeizuführen. Dies sei »in zwei Fällen auch gelungen«.
Redemann sprach davon, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass es sich um eine Detonation gehandelt habe. Die Polizei hatte zuvor von einer Detonation gesprochen. Kurzschlüsse könnten bei Höchstspannungsleitungen so heftig sein, dass sogar das
Erdreich darunter aufgewühlt werde, sagte der Minister. In einem Fall habe ein Mitarbeiter
einen Feuerball gesehen.
Die Zahl der gefundenen Sprengvorrichtungen steigt laut Redemann derzeit weiter an, das Gelände werde immer noch abgesucht. Der Vorfall ereignete sich demnach um 07:30 Uhr. Nach dem Kurzschluss fuhr im Kraftwerk automatisch der Block B herunter, wie der Betreiber bestätigte. Es gebe dort insgesamt vier Blöcke mit jeweils 500 Megawatt Leistung, wovon einer als Reserve dient. Da die anderen Blöcke noch liefen, sei die Stromversorgung nicht gefährdet gewesen.
