Die Forscher fokussierten sich vor allem auf den Weizen, der für den Großteil der Weltbevölkerung ein Grundnahrungsmittel darstellt. Weizen wird global auf einer größeren Fläche angebaut als Reis oder Mais und zählt zu den international am stärksten gehandelten Agrarprodukten. Zudem wird ein Großteil dort angebaut, wo Wasser nur begrenzt verfügbar ist.
Die Forscher entwickelten einen Indikator für starke Wasserknappheit, der sich auf den Zeitraum vier Monate vor der Ernte konzentriert – eine Phase, in der die Nutzpflanzen besonders empfindlich auf Wassermangel reagieren.

Anschließend verglichen die Forscher betroffene Anbauflächen von Weizen, Mais und Reis mit den Daten zu den jeweiligen globalen Rohstoffpreisen. Der deutlichste Zusammenhang zeigte sich beim Weizen.
Für den Zeitraum 2000 bis 2021 konnte ein Modell, das ausschließlich das Ausmaß starker Wasserknappheit berücksichtigt, 74 Prozent der jährlichen Schwankungen des globalen Weizenpreises erklären. Mit zunehmender Erderwärmung dürfte sich die Wasserknappheit in wichtigen Weizenanbaugebieten weiter ausbreiten. Bei einer Erwärmung um zwei Grad gegenüber dem Zeitraum 1951 bis 1980 errechnet das Modell einen durchschnittlichen Weizenpreis von rund 273 US-Dollar pro Tonne, bei drei Grad von 364 US-Dollar.
Fest steht auch: Nicht nur Dürren haben Einfluss auf Weizenpreise. Auch geopolitische Konflikte, Energiekosten, Wechselkurse, Schädlinge und vieles mehr können die Agrarmärkte beeinflussen.
Die Studie macht ein bisher schwer zu quantifizierendes Klimasignal sichtbar. Treffen Dürren mehrere wichtige Produktionsregionen gleichzeitig oder in kurzer Folge, können die Folgen durch den internationalen Handel weit über die betroffenen Anbaugebiete hinausreichen. Die Forscher sprechen sich deshalb dafür aus, solche großräumigen und wiederkehrenden Extremereignisse stärker in Bewertungen der globalen Ernährungssicherheit einzubeziehen.
