
Untersucht wurde die Entwicklung von Pflanzen über einen Zeitraum von sieben Jahrzehnten auf drei Flächen in Oberhessen – einer gerodeten und zweien im angrenzenden Eichenwald. Die meisten Pflanzen gab es noch zu Beginn der Untersuchungen, im Jahr 1951, mit knapp 50 Arten. Insgesamt nahm aber auf allen Flächen, ob alter Waldbestand oder von Kahlschlag betroffen, die Vielfalt der Pflanzenarten im Lauf der Jahrzehnte deutlich ab. Als Ursachen dafür sahen Forscher zunehmende Beschattung und Nährstoffanreicherung.
Schon zu Beginn der Untersuchungen stellte sich heraus: Kiefern siedeln sich trotz benachbarter Kiefernforste auf gerodeten Flächen nicht an. „Heute zeigt sich auf allen drei Flächen eine artenarme, stabile Vegetation, die von einem konstanten Kernbestand an Buchenwaldarten und weiteren schattentoleranten Arten geprägt ist“, so Senckenberg-Forscher Thomas Gregor.
Als Kohlenstoffspeicher unterscheiden sich der Studie nach alte Wälder deutlich von natürlich wieder bewaldeten Flächen. Alte Wälder sind nicht nur wichtig für die Artenvielfalt, sie speichern auch große Mengen Kohlenstoff – sowohl in der lebenden Biomasse als auch im Boden. Und sie können diesen über lange Zeiträume binden. Nach einem Kahlschlag wird zunächst Kohlenstoff freigesetzt, während sich neue Kohlenstoffvorräte erst allmählich aufbauen. Natürliche Wiederbewaldung könne die Eigenschaften eines alten Waldes aber nicht kurzfristig ersetzen, so die Forscher.
Die Langzeitbeobachtungen aus Osthessen zeigen damit nicht nur, wie sich Wälder im Lauf der Jahrzehnte verändern, sondern auch, welche langfristigen Folgen Eingriffe in den Wald haben können.
