
Am meisten muss man sich eigentlich darüber wundern, dass der amerikanische Präsident den Lake Ontario nicht in Lake Trump umbenannt hat. Auch Gulf of Trump wäre für einen Mann, der Hotels und Hochhäuser nach sich benennt, viel passender gewesen für den Gulf of Mexico als das eher unglamouröse Gulf of America.
Solche Umbenennungen haben geringe praktische Folgen, aber man sollte sie nicht unterschätzen. Auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums wird damit der Kulturkampf geführt. Obama benannte den Mount McKinley in Denali um, um den indigenen Namen des Berges in Alaska wiederherzustellen. (Trump machte es rückgängig.)
Wer gehört zur Nation?
Wie die Rechtspopulisten in Europa profitiert Trump davon, dass viele in der weißen Mehrheitsbevölkerung in den vergangenen Jahren den Eindruck gewinnen konnten, sie kämen im öffentlichen Diskurs zu kurz. Trumps Wähler werden wissen, dass es ihnen persönlich nichts bringt, wenn ein See, den sich die Vereinigten Staaten von Amerika mit Kanada teilen, dem Namen nach näher ans eigene Land rückt. Sie werden vermutlich auch von Trumps Zollkriegen nicht allzu viel für sich erwarten.
Aber sie bekommen aus ihrer Sicht etwas, was die (linke) Konkurrenz nicht im Angebot hat: Nationalstolz. Und den der Kanadier greift Trump an.
