
Bis zum 26. Dezember haben Museen oder andere geeignete Käufer in Großbritannien Zeit, das „Porträt der Catrina Hooghsaet“ zu erwerben: Die britische Regierung hat eine Ausfuhrsperre für das auf einen Preis von 71 Millionen Pfund (etwa 83 Millionen Euro) bezifferte Gemälde verhängt. Damit ist es nach Auskunft des Kulturministeriums das teuerste jemals im Land als „national treasure“ unter Kulturgutschutz gestellte Objekt.
Seit Jahrhunderten im Land
Das 1657 entstandene Spätwerk des niederländischen Barockmalers Rembrandts befindet sich seit dem 18. Jahrhundert in Großbritannien, als es in die Kunstsammlung eines Adeligen einging. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es nach Penrhyn Castle in Wales, von wo aus es 2014 zu Ausstellungen in der National Gallery nach London und das Amsterdamer Rijksmuseum ausgeliehen wurde. Anschließend veräußerte der Eigentümer das Bild 2015 bei Sotheby’s an einen Käufer im Ausland, für 35 Millionen Pfund. Schon damals wurde das Bild mit einem Exportbann belegt. Ein Ankauf in Großbritannien kam nicht zustande, doch der neue Eigentümer beließ das Kunstwerk im Land. 2025 kam das Porträt wieder in neue Hände, dieses Mal durch einen von Christie’s vermittelten Privatverkauf, auf den sich das gegenwärtige Ausfuhrverbot bezieht.
Bei der Dargestellten Catrina Hooghsaet handelt es sich um ein wohlhabende Frau aus der Amsterdamer Mennonitengemeinde, die, was ungewöhnlich für ihre Zeit war, alleine ohne ihren Mann lebte. Der auf dem Porträt neben der Fünfzigjährigen abgebildete Papagei wurde ebenso wie das Gemälde in ihrem Testament erwähnt.
Nach Ablauf der Frist für die Ausfuhrsperre im Dezember müssen die gegenwärtigen Besitzer binnen fünfzehn Werktagen Angebote zum empfohlenen Preis prüfen; ein weiterer Aufschub von neun Monaten kann folgen. In einer Stellungnahme sagte Kulturministerin Ruth Mackenzie, das Gemälde gehöre seit Jahrhunderten zum kulturellen Leben Großbritanniens. Die „Größe, Schönheit und Geschichte dieses Meisterwerks“ sollten Kultureinrichtungen und private Unterstützer motivieren, ihm auch weiterhin einen Platz im Land zu sichern.
