
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine private Sonnenwendfeier der „Artgemeinschaft“, die im Juni 2026 in Gardelegen auf dem Anwesen des AfD-Politikers Simon Lansmann stattfand. Dort trafen sich nach Informationen der F.A.Z. 40 Personen und 15 Kinder, auch Lansmanns Parteifreund Sebastian Koch war dort. Die Polizeibehörden hatten das Treffen damals vor Ort im Blick und führten An- und Abfahrtskontrollen durch, erhielten aber keinen Durchsuchungsbeschluss für das Gelände.
Die Ermittler gingen seither aber weiter dem Verdacht nach, dass mit der Sonnenwendfeier die Tätigkeit der verbotenen „Artgemeinschaft“ fortgesetzt worden ist. Die „Artgemeinschaft“ präsentiert sich als esoterisch-religiöse Vereinigung für germanischen Götterglauben. Das Verbot im Jahr 2023 gründete auf dem Befund, dass die „Artgemeinschaft“ zutiefst rassistisch und antisemitisch ist. Der Verfassungsschutz sieht in ihr zudem eine wichtige Schnittstelle zur deutschen Neonaziszene. Eine Klage der „Artgemeinschaft“ gegen ihr Verbot wurde erst im April dieses Jahres vom Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen.
Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Halle zahlreiche Datenträger und Dokumente sichergestellt. Die Behörde macht keine Angaben zu deren Inhalt. Nach F.A.Z.-Informationen sollen die beschlagnahmten Gegenstände geeignet sein, den Tatvorwurf zu erhärten. Auch Waffen wurden sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ob sich dieser Vorwurf bestätigt, sei Gegenstand der Ermittlungen. Aus Behördenkreisen verlautet jedoch, dass die Waffen legal seien. Es handele sich um Sportwaffen, deren Trägern nun aber ein Entzug der Erlaubnis drohen könnte.
