Aus einem Museum in Spanien ist einer von Europas bedeutendsten Goldschätze aus der Bronzezeit gestohlen worden. Fast der gesamte Schatz sei aus dem archäologischen Museum von Villena in der Nähe der südspanischen Stadt Alicante entwendet worden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Der Diebstahl ging demnach „ultra-schnell und ultra-professionell“ vonstatten.
Als am Donnerstagfrüh gegen 5.20 Uhr der Alarm in dem Museum ausgelöst worden sei, hätten die Diebe das Museumsgebäude bereits verlassen gehabt, führte der Sprecher aus. Der Bürgermeister von Villena, Fulgencio Cerdán, sagte vor Journalisten, die Diebe hätten nur „eine Handvoll“ Gegenstände des bedeutenden Schatzes aus der Bronzezeit zurückgelassen. „Wir sind total am Boden zerstört, ich zittere immer noch“, fügte der Bürgermeister mit brüchiger Stimme hinzu.
Ein Sprecher der Stadtverwaltung versicherte, alle Sicherheitssysteme des kleinen Museums seien ausgelöst worden. Dabei sei „keinerlei Panne“ aufgetreten. Nach Behördenangaben waren die Diebe offenbar durch ein Fenster in das Museum eingestiegen und hatten für ihre Tat mehrere Fahzeuge genutzt.

Unmittelbar vor dem Diebstahl war in einer Sportstätte der Stadt ein Alarm ausgelöst worden. Die Behörden untersuchen nun, ob es sich dabei um ein Ablenkungsmanöver der Diebe gehandelt haben könnte.
Der entwendete Schatz stammt etwa aus dem Jahr 1000 vor Christus und bestand aus rund 50 Gegenständen, darunter 29 Armreifen sowie elf Schalen und drei Flaschen. Die meisten Stücke waren aus Gold gefertigt, ein paar aber auch aus Silber oder Eisen. Der Schatz war 1963 von dem Archäologen José María Soler in einem Behältnis in einer Schlucht bei Villena gefunden worden.
Reihe ähnlicher Diebstähle aus Museen
Der Fall erinnert an aufsehenerregende Diebstähle in anderen europäischen Museen. Im März 2017 war aus dem Berliner Bodemuseum die sogenannte „Big Maple Leaf“, eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze mit einem Verkaufswert von 3,75 Millionen Euro, entwendet worden. Vermutlich wurde die Münze wegen ihres hohen Materialwerts eingeschmolzen.
Bei einem Einbruch in das weltbekannte Grüne Gewölbe in Dresden war im November 2019 Juwelenschmuck im Versicherungswert von 116 Millionen Euro gestohlen worden. Ende 2022 beschlagnahmte die Polizei in Berlin einen erheblichen Teil der Beute, etliche Teile waren allerdings beschädigt.
Im Oktober vergangenen Jahres waren Diebe durch ein Fenster in den Pariser Louvre eingestiegen und hatten einen Teil der französischen Kronjuwelen im materiellen Wert von etwa 88 Millionen Euro und unschätzbarem historischen Wert gestohlen.
