
Mit Google drängt ein weiterer großer Techkonzern in das lukrative Geschäft mit Künstlicher Intelligenz für Anwälte. Unter dem Produktnamen „Gemini Enterprise for Legal“ hat Google Cloud seine bestehende KI-Plattform in dieser Woche um eine branchenspezifische Lösung für Kanzleien und Rechtsabteilungen von Unternehmen erweitert.
Nach Open AI, Anthropic und Microsoft tritt damit ein weiterer Anbieter allgemein einsetzbarer KI-Modelle mit einem vertikalen Produkt in den Rechtsmarkt ein. Die Rechtsbranche steht dabei besonders im Fokus, weil dort derzeit viel Geld in die digitale Transformation und in KI-Instrumente investiert wird.
Besondere Verpflichtungen juristischer Berufsgruppen
„Nur wenige Berufe sind so anspruchsvoll wie die juristische Arbeit“, schreibt Thomas Kurian, der Chef von Google Cloud, in einer Mitteilung des Techkonzerns. Er verweist auf die besonderen Anforderungen an Juristen. Sie müssten ethische Schranken beachten, Zugriffsrechte in Verfahren wahren und die Geheimhaltungspflicht einhalten. Eine allgemein einsetzbare KI erfülle diesen Standard nicht automatisch, so leistungsfähig sie auch sein möge, betont Kurian und begründet damit den jetzigen Schritt des Konzerns. „Die Intelligenz eines Grundmodells ist zwar notwendig, reicht für die juristische Arbeit jedoch bei Weitem nicht aus.“
Wie Produkte anderer KI-Anbieter setzt auch „Gemini Enterprise for Legal“ Schwerpunkte auf typische juristische Arbeitsabläufe wie etwa die Vertragserstellung, die Dokumentenprüfung und die Anbindung an Software, die viele Juristen auf der ganzen Welt schon nutzen.
Bei der Entwicklung der branchenspezifischen Lösung stimmte sich Google nach eigenen Angaben frühzeitig mit den Bedürfnissen juristischer Nutzer ab. Zu diesem Kreis zählen unter anderem die Großkanzleien Cleary Gottlieb, Freshfields, Weil Gotshal & Manges und Williams & Connolly.
