
Mit einem kräftigen Kurssprung haben Anleger auf die jüngsten Ergebnisse des US-Softwareanbieters Salesforce reagiert. Der Kurs der Aktie stieg im nachbörslichen Handel bis zu 14 Prozent. Zuvor hatte der Vorstand die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben, für das abgeschlossene Quartal bessere Umsatz- und Gewinnzahlen als erwartet ausgewiesen sowie eine weitreichende Partnerschaft mit dem KI-Anbieter Anthropic angekündigt.
Damit sollen Kunden künftig auf ein System mit rund drei Dutzend vorgefertigten KI-Tools zugreifen können, um ihre Geschäftsprozesse besser als bisher zu organisieren und zu strukturieren. Die Claudeforce genannte Partnerschaft wird von beiden Unternehmen zusammen betrieben, greift auf die Claude-Sprachmodell von Anthropic zurück. Sie soll auf den bestehenden Systemen und Diensten von Salesforce laufen.
Wie vielen Softwareunternehmen steht auch Salesforce seitens KI-Systemen stark unter Druck. Muss es doch beweisen, dass es angesichts der technischen Entwicklungen nach wie vor hausgemachte Computerprogramme liefern und über seine Cloudsysteme als Software-as-a-Service (SaaS) anbieten kann, die den Kunden wirklich Mehrwert liefern und sich nicht durch ein paar Befehle in Eigenregie erstellen lassen. An den Börsen gibt es einige Zweifel dazu.
So waren Software-Titel in diesem Jahr deutlich abgewertet worden, bevor es zuletzt wieder nach oben ging. Wie Wettbewerber auch sucht Salesforce über KI-Partnerschaften wie auch Eigenentwicklungen wieder in die Offensive zu kommen. Marc Benioff, Gründer und Chef von Salesforce erklärte: „Es ist Zeit, dass wir diesen Nonsens von einer SaaS-Apokalypse stoppen.“ Dieses Bestreben zeigte in den vergangenen Wochen erste Erfolge.
Im zurückliegenden zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erlöste Salesforce 11,3 Milliarden Dollar. Das waren elf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Der Betriebsgewinn ging mit 3,4, der Reingewinn mit 1,5 Milliarden Dollar durchs Ziel. Für das laufende dritte Quartal rechnet der Vorstand allerdings mit einem nur leichten Wachstum gegenüber dem Vorquartal.
