Brasilien hat gegen den TikTok-Betreiber ByteDance eine Strafe von umgerechnet etwa 25,5 Millionen Euro verhängt. Die Plattform habe personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen ohne ausreichende gesetzliche Grundlage verarbeitet, teilte die brasilianische Datenschutzbehörde ANPD mit. Zudem habe sie nicht genügend Maßnahmen ergriffen, um das zu verhindern.
Insgesamt stellte die Behörde fünf Verstöße gegen das brasilianische Datenschutzgesetz fest. Die Vorwürfe betreffen sowohl die Nutzung von TikTok ohne Registrierung als auch registrierte Konten.
Neben der Geldstrafe muss ByteDance unrechtmäßig erhobene Daten löschen und einen Plan für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen umsetzen. Für Nutzerinnen und Nutzer unter 16 Jahren sollen strengere Datenschutzeinstellungen gelten. Zudem sollen die elterliche Kontrolle und der Schutz vor ungeeigneten Inhalten verbessert werden.
TikTok auch in anderen Ländern unter Druck
Wenn die App ohne eine Registrierung genutzt wird, sollen der Datenschutzbehörde zufolge Werbung und Direktnachrichten entfallen und die Personalisierung der Inhalte eingeschränkt werden. ByteDance kann innerhalb von zehn Werktagen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen.
In Brasilien ist TikTok eines der reichweitenstärksten sozialen Netzwerke. Die Plattform steht wegen des Schutzes von Kindern und Jugendlichen auch in anderen Ländern unter Druck. In den USA legte TikTok erst vorige Woche eine Klage des US-Justizministeriums wegen des Sammelns der Daten von Kindern gegen eine Zahlung von 400 Millionen US-Dollar bei. Die Klage stammte aus dem Jahr 2024 und warf dem Unternehmen vor, es habe Kinder unter 13 Jahren ohne Zustimmung ihrer Eltern Accounts anlegen lassen. Damit habe der Dienst gegen das Gesetz zum Datenschutz bei Kindern verstoßen, argumentierte die Behörde.
Die EU-Kommission wirft TikTok vor, Minderjährige nicht ausreichend vor Risiken wie Cybermobbing zu schützen. Die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, ein öffentlich zugängliches Profil auf der Plattform zu erstellen, könne zu »unerwünschten Kontaktaufnahmen, Cybermobbing oder ausbeuterischem Verhalten« führen, teilte die Kommission im Juli mit. Sie forderte TikTok auf, die Einstellungen so anzupassen, dass die von Minderjährigen geteilten Inhalte nicht für alle Welt sichtbar sind.
