
Am Sonntag gab es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dem die AfD die Abschaffung androht, zur besten Sendezeit geballte AfD. ARD und ZDF brachten „Sommerinterviews“ mit den beiden Parteivorsitzenden. Zwei Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt nutzte die AfD die Gelegenheit gerne, um mit ihrem Doppelgesicht für sich zu werben. Während Chrupalla eher auf Onkel Tino machte – die Rolle des netten Schwiegersohns hat Siegmund übernommen –, ließ Weidel die blaue Sau raus.
Die AfD-Chefin bediente mit ihren maßlosen Attacken vor allem auf die CDU die AfD-Wählerschaft, der die Schwarte gar nicht heftig genug krachen kann. Als Weidel über die „Flachzangen“ in der Regierung herzog, von denen die Deutschen über den Tisch gezogen, angelogen und abgezockt würden, dürften sich ihre Fans jubelnd auf die Schenkel gehauen haben. Und natürlich erst recht, als Weidel ohne Sorge, der Vorwurf könne auf sie zurückfallen, ausrief: „Die DNA der CDU ist die Lüge.“
Der Austritt aus dem Euro hätte für Deutschland desaströse Folgen
All jene, die glauben, sie könnten die CDU dazu zwingen, endlich mit der AfD zu koalieren, indem sie ihr Kreuz nicht mehr bei der CDU, sondern bei der AfD machen, sollten aber vielleicht doch noch einmal nachdenken. Wie sollte die CDU mit einer Partei zusammenarbeiten können, die von ihr behauptet, das Lügen stecke ihr im Erbgut?
Wie mit einer Partei, die am liebsten die Ukraine der Rache Russlands ausliefern würde und Deutschland Putins und Trumps Gnade? Die aus dem Euro- und dem Schengenraum austreten will mit all den desaströsen Folgen, die das für Deutschland hätte, aber auch für ganz Europa, das von Russland, China und Amerika bedrängt und bedroht wird wie nie zuvor?
All diese Fragen stellen sich der AfD-Führung nicht. Denn die AfD will gar nicht mit der CDU zusammenarbeiten – sie will sie vernichten. Eigentlich muss man Weidel dankbar sein für ihre schon siegestrunkene Offenheit. Es kann wirklich niemand mehr behaupten, man habe nicht wissen können, was die AfD ist und was sie vorhat.
