
Ranghohe Vertreter Syriens und Israels haben nach Angaben aus Damaskus in Jordanien Gespräche zum Abbau der Spannungen zwischen den beiden Ländern geführt. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana zitierte am Sonntag einen Beamten des syrischen Außenministeriums mit den Worten, die syrische Delegation unter Leitung des Außenministers und mit Vertretern von Geheimdiensten habe die israelische Delegation unter US-Vermittlung getroffen.
Das Treffen sei unter anderem „Teil der Bemühungen zur Deeskalation nach den jüngsten israelischen Bombardierungen syrischen Territoriums“ gewesen, meldete Sana weiter. Aus Kreisen von Diplomaten und der syrischen Regierung erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, Syriens Außenminister Assad al-Schaibani habe den Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Roman Gofman, getroffen. Demnach sprachen sie unter anderem über die Einrichtung eines „Raums für Sondereinsätze“ in Jordanien unter US-Aufsicht, um Auseinandersetzungen in Syrien auch mit der Türkei zu vermeiden.
Die israelische Armee hatte am Dienstag den verlassenen Militärflughafen Abu Duhur in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens bombardiert. Israel begründete den Angriff auf den Flughafen mit einer angeblichen Bedrohung seiner Sicherheit durch die Stationierung türkischer Truppen auf dem Gelände. Die Türkei dementierte am Donnerstag eine Militärpräsenz auf dem Flughafen. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte kurz vor dem Angriff eine türkische Militärdelegation den betroffenen Flughafen besucht.
Getötet wurde bei dem israelischen Angriff syrischen Angaben zufolge niemand. Kritik kam auch aus den USA. Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, der auch der US-Sondergesandte für Syrien ist, verurteilte den Angriff. Die syrische Übergangsregierung sprach von einem „ungerechtfertigten Akt der Aggression“.
Die Türkei ist ein wichtiger Verbündeter der syrischen Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Scharaa, der das Land seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 anführt. Israel hatte nach Assads Sturz Truppen in eine zuvor von UN-Truppen kontrollierte Pufferzone im Süden Syriens entsandt und bereits mehrfach Ziele tiefer im Landesinneren Syriens angegriffen. Es begründete einige der Angriffe mit dem Schutz der Minderheit der Drusen in Syrien.
