Ein Dienstag Mitte August, unweit der S-Bahnstation Holstenstraße in Hamburg: Auf einer Baustelle haben Arbeiter einen weißen Sichtschutzzaun aufgestellt. Dahinter liegt ein Trümmerfeld. Elf Menschen in blauen Overalls und Atemschutzmasken gehen darin umher. Ihr Miethaus in der Holstenstraße 197 war Ende Juli in kürzester Zeit wegen schwerer statischer Verschiebungen evakuiert und dann teilweise abgerissen worden. Nun suchen sie im Schutt nach ihren Habseligkeiten.

Still gehen sie ihrer Arbeit nach. Mit Hacken und Schaufeln knien sie im Schutt, fast wie Archäologen, und arbeiten sich langsam vor. Manchmal hält jemand den Schnipsel einer Zeitschrift hoch und schaut sich nach den anderen um. Erkennt ihn niemand, verschwindet er wieder im Schutt.