
Noch deutet nichts darauf hin, dass an diesem Ort eine neue Anlaufstelle für die Bürger entsteht. Doch schon bald soll an der Stiftstraße 9–17 die neue Innenstadtwache der Frankfurter Stadtpolizei sichtbar sein. 346 Quadratmeter groß ist die Fläche, ganz in der Nähe der Zeil. Von voraussichtlich Ende Oktober an sollen die Mitarbeiter des Ordnungsamts ihren Dienst dort aufnehmen.
Nach den Worten von Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) hat die Stadt dreieinhalb Jahre nach einer geeigneten Immobilie gesucht. Die Räumlichkeiten in der B-Ebene der Hauptwache, in denen die Stadtpolizisten zuvor untergebracht gewesen seien, hätten nicht mehr genutzt werden können. Es habe dort an Sonnenlicht gefehlt, und die Belüftungssysteme seien marode gewesen. Jedes Mal von der Zentrale des Ordnungsamts im Gallus auf die Zeil auszurücken, sei aber keine Lösung gewesen. Deshalb habe ein neues Gebäude in der Innenstadt gefunden werden müssen. Allerdings hätten die hohen Mieten in der Gegend um die Zeil die Suche zusätzlich erschwert.
„Wir wollen uns nicht abschotten“
Im Sommer des vergangenen Jahres habe man dann die Räumlichkeiten an der Stiftstraße gefunden, die die speziellen Anforderungen einer Polizeiwache erfüllten, berichtet Rinn weiter. Sobald die Etage umgebaut sei, soll die Wache über barrierefreie Zugänge, Besprechungszimmer sowie Aufenthaltsräume für die Beschäftigten verfügen. Ebenfalls sei das Innere der Wache so verglast, dass man stets von einem Ende zum anderen schauen könne. Ordnungsamtsleiter Holger Habich sagt, man gehe von einem langfristigen Mietverhältnis aus, und verweist auf die nächsten 25 Jahre mit einer fünfjährigen Verlängerungsoption.
Zur genauen Höhe der Miete gibt das Dezernat keine Auskunft. Nur so viel: Vermieter und Stadt beteiligten sich gleichermaßen an den Umbaukosten. Der Bereich vor dem Eingang der Wache soll barrierefrei gestaltet werden, die Straße werde begrünt. Zusätzlich strebe man an, fünf Parkplätze für Polizeifahrzeuge einzurichten, heißt es weiter.
Uwe Martens, der seit 1. April 2025 die Stadtpolizei leitet, sagt, man habe einen offenen und transparenten Ort schaffen wollen. „Das soll auch unserer Arbeit entsprechen. Wir wollen uns nicht abschotten.“ Präsenz zeige man unter anderem mit einer großen Glasfront. Laut Rinn ist geplant, die neue Station 30 Stunden in der Woche zu öffnen. Zwei bis zehn Mitarbeiter sollten dann pro Schicht in der Gegend für Sicherheit sorgen und die Anliegen der Menschen bearbeiten können. „Die Stadtpolizei soll nicht auf der Wache sitzen, sondern in der Stadt unterwegs sein.“
Wie sich die knappen Öffnungszeiten mit den tatsächlichen Problemen der Bürger vereinbaren ließen, darauf hatte Martens eine schnelle Antwort. Die Innenstadt sei nicht nur abends und am Wochenende eine Problemzone, sagte er. Auch tagsüber gebe es Taschendiebstähle, und nicht nur in den Nachtstunden fühlten sich die Menschen unsicher.
