
Sommer ohne Pfifferlinge: Nach der Dürre gibt es Pilze frühestens im Herbst
Hofheim. Nach der anhaltenden Trockenheit blicken Sachverständige skeptisch auf die kommende Pilzsaison. Entschieden ist aber noch nichts: Ausreichend Niederschläge könnten zumindest im Herbst noch für Funde sorgen.
„Alles hängt davon ab, ob es regnet“, sagte Thomas Lehr, Pilzsachverständiger aus Hofheim am Taunus. Für das Rhein-Main-Gebiet habe er keine große Hoffnung, aber die Lage könne sich regional stark unterscheiden.
Für die Bildung der sichtbaren Fruchtkörper benötigen Pilze genügend Feuchtigkeit im Boden. Dabei kommt es nicht allein auf einzelne Schauer an. Entscheidend sei, wie ergiebig und kontinuierlich es regne, sagte der Pilzsachverständige Alex Maier aus Fulda. Auch kühle Nächte seien notwendig, um das Wachstum anzuregen. Doch selbst wenn nun ausreichend Niederschlag fällt, würden die Pilze nicht unmittelbar aus dem Boden sprießen. Das Myzel benötigt Zeit, um auf die veränderten Bedingungen zu reagieren und Fruchtkörper auszubilden.
Für einige Arten kommt der Regen deshalb zu spät. „Für Sommerpilze wie Pfifferlinge und Sommer-Steinpilze könnte es auf jeden Fall knapp werden in diesem Jahr“, berichtete Lehr.
Pfifferlinge wachsen normalerweise im Juli, August und September. In diesem Jahr sind sie den Experten zufolge bislang ausgeblieben. Auch Maier hält es für „absolut möglich“, dass es dieses Jahr nicht nur diese Pilzart ausbleibt.
Wie ergiebig die Hauptsaison im Oktober und November ausfallen wird, lässt sich noch nicht vorhersagen. Heiße und trockene Sommer hätten auch in der Vergangenheit schon dafür gesorgt, dass viele Arten erst später Fruchtkörper bildeten. Eine andere Möglichkeit sei eine vergleichsweise kurze Pilzsaison. (dpa)
