Der Arbeitsmarkt in den östlichen Bundesländern wäre ohne Zuwanderung deutlich stärker getroffen als im Westen. Das geht aus einer Berechnung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. Demnach würde die erwerbsfähige Bevölkerung im Osten bis 2045 ohne Migration um 22,4 Prozent schrumpfen – gegenüber einem Rückgang von 17,4 Prozent in Westen. »Damit dürfte sich die Situation der Wirtschaft, insbesondere auch bei der Versorgung mit Dienstleistungen, kaum erhalten lassen«, schrieben die IW-Ökonomen Philipp Deschermeier und Wido Geis-Thöne zu der Berechnung.
Derzeit leben im Osten Deutschlands den IW-Angaben zufolge 7,74 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 66 Jahren. Gegenüber dem Stand Ende 1995 entspricht das bereits einem Rückgang von 23 Prozent von damals 10,05 Millionen. Wäre die Migration gestoppt, wären es laut der IW-Berechnung bereits 2035 nur noch 6,78 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe. Zehn Jahre später wären es nur noch etwa sechs Millionen. Zwischen 1995 und 2045 würde der Osten dann 40 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung verlieren.
»Nicht alle Menschen im erwerbsfähigen Alter sind auch berufstätig«, teilten die IW-Ökonomen mit. »Die Zahl der tatsächlich Erwerbstätigen ist deshalb deutlich niedriger.« Bei der aktuellen Erwerbstätigenquote von 75,9 Prozent aller Erwerbsfähigen würden 2045 ohne Migration nur noch 45,3 Prozent der Bevölkerung arbeiten.
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