Bangladesch hat einen neuen Präsidenten. Das Parlament wählte Mirza Fakhrul Islam Alamgir, den Kandidaten der regierenden rechts-konservativen Partei Bangladesh National Party (BNP), mit einer Mehrheit von 255 Stimmen zum neuen Staatsoberhaupt. Für seinen Kontrahenten Oli Ahmed, Mitglied der Liberal Democratic Party (LDP) und Kandidat eines Elf-Parteien-Bündnisses, stimmten 88 der Delegierten.
Die Wahl gilt als erste Präsidentschaftswahl in Bangladesch mit mehreren Kandidaten seit 35 Jahren. Seit 1991 hatte es bei den Wahlen keine Gegenkandidaten mehr gegeben. Das Ergebnis der diesjährigen Abstimmung war allerdings erwartet worden, da die BNP nach der Parlamentswahl im Februar eine deutliche Mehrheit innehatte. Zudem war es die erste Präsidentenwahl seit dem Umsturz der autoritären Regierung unter Scheich Hasina 2024.
Der 78-jährige Alamgir gilt innerhalb der BNP als vergleichsweise gemäßigte, wortgewandte und pragmatische Figur und ist eines der bekanntesten Gesichter der Regierungspartei. Während der Regierung von Hasinas Awami-Liga fungierte er in der Opposition als Sprecher seiner Partei und wurde im Oktober 2023 für mehrere Monate inhaftiert. Innerhalb der Partei war er unter anderem als Generalsekretär tätig.
Im Bangladesch-Krieg 1971, in dessen Verlauf sich das Land für unabhängig von Pakistan erklärte, kämpfte Alamgir nach eigenen Angaben aufseiten der Separatisten – seine genaue Rolle ist nicht klar. Sein Kontrahent Ahmed diente zuvor als General in der Armee Ostpakistans, schlug sich in dem Krieg aber ebenfalls auf die Seite der Revolutionäre. Seine Nominierung war auch deshalb interessant: Denn die Jamaat-Partei, die Ahmeds Parteinbündnis unterstützt, stand 1971 auf der Seite des pakistanischen Staates, der eine Abspaltung Bangladeschs verhindern wollte.
Der Präsident hat in Bangladesch eher repräsentativen Charakter und wenig politische Entscheidungsgewalt.
