
Im Jahr 1953 landete der junge Hesse Klaus Scheunemann mit einem Programm des American Field Service als Austauschschüler im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Es sollten zwölf unvergessliche Monate für den späteren Hörfunkjournalisten werden, der es sich zu einer Lebensaufgabe machte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die deutsch-amerikanische Freundschaft zu werben. Dieses Werben erreichte früh einen Höhepunkt, als auf seinen Einsatz hin am 20. September 1976 der damalige hessische Ministerpräsident Albert Osswald und der damalige Gouverneur von Wisconsin Patrick Lucey eine Urkunde unterzeichneten, mit der eine Partnerschaft von Hessen und Wisconsin beschlossen wurde. Es war die erste vertraglich vereinbarte Partnerschaft zwischen einem deutschen Bundesland und einem US-Bundesstaat überhaupt und Grundlage für einen seither sehr lebendigen transatlantischen Austausch, vor allem im Kulturellen.
In den vergangenen 50 Jahren haben Tausende Schüler und Studenten an den Austauschprogrammen von Schulen und Hochschulen teilgenommen, gründeten sich Kreis- und Städtepartnerschaften, Freundschaftsvereine und weitere Organisationen, die die Beziehung der beiden Regionen pflegen. Eine dieser Organisationen ist der Freundschaftsverein Hessen–Wisconsin, dessen Vorsitz derzeit die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) innehat. Der Verein fördert den Austausch in Kultur, Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft und bringt Alumni und Interessierte zu verschiedenen Gelegenheiten zusammen. Eine davon ist ein jährliches Grillfest in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt.
Das Fest im Garten der Residenz von Generalkonsul Brian Heath im Frankfurter Stadtteil Bockenheim stand ganz im Zeichen des Jubiläums, was nicht nur in den Reden Ausdruck fand, sondern auch im kulinarischen Angebot. Der von skandinavischen und deutschen Einwanderern geprägte Bundesstaat Wisconsin ist zwar vor allem für Käse berühmt. Man teilt aber auch die deutsche Vorliebe für Bratwurst und Bier, wovon nicht zuletzt einige große Brauereien künden.
Eine davon, die 3 Sheeps Brewing in der Stadt Sheboygan, hat in Zusammenarbeit mit Glaabsbräu in Seligenstadt ein sogenanntes Buddy Bier gebraut, das in Wisconsin auch in den Handel gekommen ist. Die Teilnehmer einer in diesem Herbst geplanten Reise einer hessischen Delegation können es dann dort kosten. Den deutschen Ausstoß von 5000 Flaschen hat sich hingegen die Hessische Staatskanzlei gesichert, auf dass auf die gute Partnerschaft auch noch bei anderen Gelegenheiten angestoßen werden kann.
