Liberia wird bis zu 1.200 von den USA abgeschobene
Migranten und Migrantinnen aus Drittländern aufnehmen. Wie der Informationsminister des westafrikanischen
Staates, Jerolinmek Piah, mitteilte, hat die Regierung eine entsprechende
Vereinbarung mit den USA getroffen. Es handele sich dabei um eine der
umfassendsten dieser Art, sagte Piah.
Die 1.200 Migranten sollen demnach binnen eines Jahres
nach Liberia kommen. Dabei soll es sich sowohl um Menschen aus Afrika als auch aus Südamerika und der Karibik handeln. Die erste Gruppe aus 20 Personen werde
bereits am Donnerstag eintreffen, sagte Piah.
US-Einwanderungsrichter hatten
zuvor entschieden, dass ihnen in ihren Heimatländern Folter oder andere
Misshandlungen drohen. Seitens des US-Außenministeriums gab es keine Details
zu den Nationalitäten.
Liberia will Migranten als Gäste betrachten
Die liberianische Regierung betonte, es gebe keine
direkte Gegenleistung für das Abkommen. Man fordere keine finanzielle
Entschädigung von der US-Regierung. Liberia erhalte jedoch Unterstützung beim
Management des Programms und bei der Stärkung des eigenen Migrationssystems.
Die Regierung verwies zudem auf die Geschichte des Landes als historischer Zufluchtsort
für befreite Sklaven aus den USA. Liberia betrachte die Migranten als Gäste,
die das Land jederzeit verlassen oder Asyl beantragen könnten, hieß es.
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 hat die US-Regierung
ähnliche Abkommen mit mehreren afrikanischen Staaten geschlossen. Dazu gehören
die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik,
Äquatorialguinea, Kamerun, Ghana und Sierra Leone.
Liberias Präsident Joseph Boakai hatte Trump im vergangenen Jahr im Weißen Haus
getroffen. Dabei hatte Trump
mehrere westafrikanische Staatschefs gedrängt, Migranten aufzunehmen. Nach
Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden schon Tausende von Menschen in mehr
als 20 Länder abgeschoben, die nicht ihre Heimatländer sind.
