Rund zwei Wochen nach der Kritik von Kevin Lamour am Fifa-Präsidenten Gianni Infantino hat sich der Fußballweltverband von seinem Betriebsdirektor getrennt. Die Fifa bestätigte einen Bericht der New York Times. »Die Fifa kann bestätigen, dass die Zusammenarbeit mit Kevin Lamour als Chief Operating Officer am 17. August 2026 beendet wurde«, teilte der Verband mit. »Die Fifa dankt Kevin für seine zwei Jahre im Dienst und wünscht ihm alles Gute für die Zukunft.« Ansonsten werde zum Thema »kein weiterer Kommentar« abgegeben.
Nach Bekanntwerden von Infantinos Plan, Anteile an der WM und anderen Turnieren an Investoren zu verkaufen, hatte Lamour deutliche Kritik gegen seinen Chef geäußert. Infantino habe seine Mitarbeiter hintergangen, schrieb Lamour in einem offenen Brief. Sein Amt, das er seit dem 1. November 2024 ausübt, wollte der 46-Jährige aber nicht aufgeben. Er begründete das mit der Verpflichtung seinen
Kolleginnen und Kollegen gegenüber.
Lamour hatte allerdings bereits mit Konsequenzen für seine Kritik gerechnet: »Falls das
bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann ist es so. Ich werde diese
Entscheidung verstehen und respektieren. Zumindest werde ich nachts
ruhig schlafen«, schrieb der Franzose, der auch die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt.
Nach heftiger Kritik mehrerer kontinentaler Fußballverbände, allen voran der europäischen Uefa, hat Infantino seine Investorenpläne aufgegeben. Derzeit sammelt er Unterstützer, um sich bei der Wahl des Fifa-Präsidenten am 18. März 2027 bestätigen zu lassen. Sollte er wiedergewählt werden, würde sich seine Amtszeit bis 2031 verlängern. Die Uefa hält derweil an ihrem Boykottplan fest.
Welche Kontinentalverbände Infantino aktuell unterstützen, und welche ihn ablehnen, sehen Sie in dieser Übersicht.
