Das norwegische Außenministerium hat eine der bekanntesten Diplomatinnen des Landes in Zusammenhang mit den neu veröffentlichten Epstein-Akten vorübergehend suspendiert. Das Außenministerium habe die Botschafterin Mona Juul
einstweilen von ihren Aufgaben entbunden, teilte der norwegische
Außenminister Espen Barth-Eide mit.
Norwegischen Medienberichten zufolge tauchen die beiden Kinder Juuls und ihres Ehemannes Terje Röd-Larsen in Jeffrey Epsteins Testament als Erben einer Summe von insgesamt 8,5 Millionen Euro auf. Das Ministerium bemühe sich derzeit, “Licht in die Angelegenheit” bezüglich ihrer Kontakte “zu Jeffrey Epstein zu bringen”, sagte Barth-Eide.
Juul ist ehemalige norwegische Botschafterin bei den Vereinten Nationen und arbeitet heute als Chefdiplomatin in Jordanien. Sie und ihr Ehemann waren wichtige Funktionäre beim Friedensabkommen von Oslo Anfang der 1990er Jahre infolge langwieriger geheimer Verhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen PLO.
Mehrere norwegische Politiker in den Akten genannt
Norwegischen Medien zufolge werden auch der frühere Ministerpräsident
und ehemalige Generalsekretär des Europarates, Thorbjörn Jagland, sowie
der ehemalige Außenminister Börge Brende in den neuen Dokumenten
genannt. Brende ist heute als Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos tätig. 2018 und 2019 traf er Epstein mehrmals in New York zum Essen. Im November vergangenen Jahres wies er gegenüber der norwegischen Zeitung Aftenposten jeglichen Kontakt mit Epstein zurück. Er habe mit Epstein “nie etwas zu tun gehabt”. Auch der Name der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit taucht Medienberichten zufolge mindestens tausendmal in den Akten auf. Mette-Marit räumte daraufhin “peinliche”
Fehler ein. Auch
Ex-Regierungschef Jagland sprach von “Fehler in der
Beurteilung” Epsteins.
Das US-Justizministerium hatte am Freitag mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht, darunter E-Mails, Fotos und Videos. Darin sind die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten aufgeführt, unter anderem der heutige US-Präsident Donald Trump, Tech-Multimilliardär Elon Musk, Microsoft-Gründer Bill Gates und der britische Ex-Prinz Andrew.
Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden
worden. Offiziellen Angaben zufolge beging der verurteilte Sexualstraftäter
Suizid. Epstein soll tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und einen Missbrauchsring geführt haben.
