Das aus einem auf Grund gelaufenen Tanker ausgetretene Öl hat die Küste des Oman erreicht. Das gab die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) der Vereinten Nationen bekannt. Strände in der Region Ras Madrakah seien betroffen, teilte Omans Umweltbehörde laut der amtlichen Nachrichtenagentur ONA mit. Der Ölteppich könnte demnach bis zu 40 Kilometer Küste in diesem Gebiet sowie bis zu 20 Kilometer auf der Südseite der Insel Masirah verschmutzen.
Ein Vertreter des Verkehrsministeriums sagte ONA zufolge, dass eine Eindämmung des Ölteppichs durch schwierige Wetterbedingungen erschwert werde. Auch die IMO sprach von schwierigen Wetterbedingungen. Der Zugriff auf den beschädigten Tanker sei durch den Monsun in der Region eingeschränkt und sorge für Verzögerungen bei der Bergung, hieß es.
Nach IMO-Angaben war der Tanker mit insgesamt 130.000 Tonnen Öl beladen, das bereits »für einige Zeit« aus diesem auslaufe. Die Behörden in Maskat hatten am Montag angegeben, dass sich der Ölteppich über eine Fläche von rund 390 Quadratkilometern erstrecke. Die Umweltorganisation Greenpeace berichtete unter Berufung auf Satellitenaufnahmen sogar von einer Fläche von 1.000 Quadratkilometern, die durch das Öl verschmutzt sei.
Schiff gehörte zu Russlands Schattenflotte
Der Öltanker Caroline Bezengi wird der russischen Schattenflotte zugerechnet und steht unter EU-Sanktionen. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte.
Der Tanker war im Juni im Arabischen Meer im Bereich des Archipels Al-Hallanijat auf Grund gelaufen. Die Gegend ist für ihre maritime Artenvielfalt bekannt. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger. Zuvor war das Schiff von Explosionen unbekannter Herkunft getroffen worden. Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard teilte mit, infolge der Explosionen seien Lecks im Schiff entstanden.
