Der jüngste Vorfall mit einer Drohne am Flughafen Hannover zeigt aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft Niedersachsen die Notwendigkeit für eine deutlich bessere Drohnenabwehr. «Wenn eine Drohne über einem internationalen Verkehrsflughafen mehrfach gesichtet wird, vorhandene technische Systeme sie aber offenbar nicht erfassen können, ist das ein sicherheitspolitisches Warnsignal», sagte der Landesvorsitzende Patrick Seegers laut Mitteilung. «Hannover muss schnellstmöglich mit leistungsfähiger Detektions- und Abwehrtechnik ausgestattet werden.» Gleichzeitig brauche es bundesweit einheitliche Standards. «Ein technischer Flickenteppich darf bei der Drohnenabwehr nicht zum Sicherheitsrisiko werden.»
Was geschah am Flughafen?
Nach der Sichtung einer Drohne wurde der Flugbetrieb am Flughafen Hannover in der Nacht zu Dienstag zeitweise eingestellt. Mehrere touristische Passagierflüge starteten verspätet, eine Frachtmaschine aus Paris wurde umgeleitet. Auskünfte zum Stand der Ermittlungen gab es zunächst nicht.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel» konnte die eingesetzte Technik der Bundespolizei das Flugobjekt nicht erfassen. Auch eine technische Ortung durch die Deutsche Flugsicherung gelang demnach nicht.
Die Gewerkschaft verwies darauf, dass die Polizei nur mit der Technik und den rechtlichen Befugnissen arbeiten kann, die ihnen zur Verfügung stehen. «Wenn vorhandene Systeme ein Flugobjekt nicht erkennen, haben wir kein Problem der Einsatzkräfte, sondern ein Ausstattungs- und Systemproblem», sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Christian-Tobias Gerlach. «Und wenn hinter solchen Vorfällen ein fremder Staat steht oder sie mit staatlicher Unterstützung erfolgen, bewegen wir uns nicht mehr allein im klassischen Feld polizeilicher Gefahrenabwehr.» Für solche hybriden Bedrohungen brauche Deutschland eine klare Sicherheitsarchitektur. Zudem sei eine Debatte nötig, wann und unter welchen rechtlichen Voraussetzungen die Bundeswehr im Inland eingesetzt werden könne.
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