Ein US-Richter hat das Korruptionsverfahren gegen den indischen Magnaten Gautam Adani eingestellt. Damit gab Richter Nicholas Garaufis einem Antrag des US-Justizministeriums statt, das den Fall nicht weiter verfolgen wollte. Konkret ging es um Geschäfte von Adanis Firma Green Energy.
Die US-Regierung hatte Adani und mehreren seiner Beschäftigten vorgeworfen, 250 Millionen US-Dollar an indische Beamte gezahlt zu haben, um im Geschäft mit Solaranlagen in Indien zum Zug zu kommen – zum Nachteil von Investoren in den USA. Die Anklage war im Jahr 2024 erhoben worden. Im November 2024 hatte Adani angekündigt, zehn Milliarden Dollar in den USA zu investieren.
Im Mai dieses Jahres zog die Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe zurück und beantragte die Einstellung des Verfahrens. Sie begründete dies damit, dass die Vorwürfe schwer zu beweisen seien. Zudem spiele sich der Sachverhalt hauptsächlich im Ausland ab und entspreche nicht den aktuellen Prioritäten der Behörde.
Richter prüft mögliche Milliardenzusagen für Klageabweisung
Kurz vor dem Antrag auf Klageabweisung hatte Adani laut einem Bericht der New York Times ein neues Anwaltsteam engagiert, das von Robert Giuffra angeführt wurde. Giuffra ist ein Anwalt von US-Präsident Donald Trump. Laut Zeitungsbericht gab es im April ein Treffen von Verteidigung und Anklage. Giuffra habe damals zugesagt, dass Adani bereit sei, zehn Milliarden US-Dollar (gut 8,6 Milliarden Euro) in den USA zu investieren und 15.000 Arbeitsplätze zu schaffen, sollte die Klage fallen gelassen werden.
Der Richter hatte daraufhin geprüft, ob im Gegenzug für die
Einstellung des Verfahrens Zusagen gemacht worden seien. Der indische Unternehmer
hatte in einer eidesstattlichen Erklärung Mitte Juli versichert, von keinerlei
derartigen Absprachen zu wissen. Auch ein hochrangiger Vertreter des
Justizministeriums hatte Medienberichte zurückgewiesen, wonach die Investitionszusage
eine Rolle gespielt habe.
Vorwürfe gegen Mitangeklagte bleiben bestehen
Adanis Anwalt sagte, das Ministerium habe deutlich gemacht,
dass die Investitionsbereitschaft des Konzerns in den USA nicht Teil einer
Einigung sein werde. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge weigerte sich
der Richter in seinem Urteil aber, zwei Anklagepunkte gegen fünf Mitangeklagte
abzuweisen. Garaufis begründete dies damit, das US-Justizministerium habe ihm
keine hinreichende Begründung dafür geliefert.
Gautam Adani ist Gründer der Adani Gruppe, einem indischen Rohstoff- und Infrastrukturkonglomerat. Er ist laut Forbes
einer der reichsten Männer der Welt mit einem geschätzten Vermögen von mehr als
80 Milliarden US-Dollar und gilt als Vertrauter von Indiens Ministerpräsident Narendra Modi. Adani hatte die gegen ihn in den USA erhobenen Vorwürfe
stets als unbegründet zurückgewiesen.
