
Es ist ein Armutszeugnis für den Westen und seine Partner am Golf: Nicht nur glaubt das Regime einer Regionalmacht, seinen Willen durchsetzen zu können. Auch eine bewaffnete Gruppe in einem geschundenen Kriegsland scheint jetzt überzeugt zu sein, sie könne der internationalen Gemeinschaft diktieren, wer eine der wichtigsten Meerengen der Welt passieren darf.
Die Gefahr einer Doppelblockade
Eine Doppelblockade wäre nicht nur doppelt schwer zu beseitigen. Sie schmälerte auch die Möglichkeiten, die Wirksamkeit des Hormus-Hebels durch eine Umlenkung der Handels- und Energieexportrouten zu mindern.
Den iranischen Revolutionswächtern und deren arabischer Schattenarmee muss die Ratlosigkeit ihrer Widersacher klar sein. Und umso schwerer dürfte es jetzt werden, ein Einlenken beider zu erzwingen. Sowohl Iran als auch die Huthi haben über die Jahre gelernt, dass schon ihre Schmerztoleranz eine gefährliche Waffe ist, welche die militärische Überlegenheit kurzatmiger Gegner wettmacht.
Irans „Achse“
Die von Iran geführte „Achse des Widerstands“ ist längst ein dicht gewobenes Netz mit immensen Selbsterhaltungskräften und widerstandsfähigen Führungsstrukturen. Nur eine langfristige Strategie führt zum Erfolg, die militärischen Druck mit Bemühungen verbindet, komplexe Finanzflüsse und Lieferketten zu kappen. Die nahöstliche Staaten in die Lage versetzt, Teherans Tentakeln aus eigener Kraft und eigenem Willen zurechtzustutzen. Und die, wenn es sein muss, auch – durchdachte – Deals eingeht.
Davon kann derzeit keine Rede sein. Nicht nur Donald Trump hat Fehler gemacht. Aber er hat die strategische Unentschlossenheit auf aberwitzige Weise auf die Spitze getrieben.
