Das Capybara, auch als Wasserschwein bekannt, ist das größte Nagetier der Welt, seit geraumer Zeit ein Social-Media-Star und diese Woche Nebendarsteller in einem „Bild“-Artikel namens „Knossi legt 7 Kilo in Flitterwochen zu“. Der „Internet-Star Jens ,Knossi‘ Knossalla (40)“, lesen wir, habe auf den Malediven kräftig zugelegt: „,Ich bin fett geworden wie ein Wasserschwein‘, gesteht er seinen Fans.“ Kein Wunder, stehen in seinem Urlaubsresort doch „bis zu sechs Mahlzeiten täglich auf dem Programm“.
Die Analogie zwischen Knossi und Capybara wird auf fachkundigen Websites nicht durchgehend bestätigt. Das Capybara, lesen wir zwar, „ist vom Körperbau seiner semiaquatischen (teilweise im Wasser stattfindenden) Lebensweise angepasst“, und auch Knossi wird ja gerade viel Zeit im Pool verbringen. Allerdings: „Capybaras haben einen auffallend breiten und massigen Kopf“, lernen wir, und: „Der Schwanz ist deutlich rückgebildet.“ Und da dürfen wir feststellen, dass das auf Knossi nicht zutrifft: Sein Kopf sieht ganz normal aus.
Davor gefeit, sich in Wasserschweinchen zu verwandeln, scheinen die Kinder Meghans und Harrys. „Wollten die beiden ein Dessert, schicke Meghan sie in den Garten, um sich selbst Obst zu pflücken“, referiert „Die neue Frau“. Ob sie aber all ihre Liebsten gleichbehandelt und Ehemann Harry, der „Fleisch, Kartoffeln und cremige Soßen“ liebe, mit einer Büchse in den Wald schickt?
Jeden Morgen geben sie sich ein Ja-Wort
Ein „ganz besonderes Ritual“, schreibt „Neue Post“, pflegt das musizierende Ehepaar Stefanie Hertel und Lanny Lanner: „,Wir geben uns jeden Morgen ein neues Ja-Wort‘, verrät Lanny.“ Doch ist das wirklich so besonders? Viele Eheleute dürften einander frühmorgens mit Ja-Worten bedenken, auf Fragen wie „Auch schon wach?“, „Kaffee?“ oder „Darf ich vielleicht auch mal ins Bad?“.
Etwas anderes ist die intime Kommunikation mit jemandem, der gar nicht der Ehepartner ist. Die Frage der Kollegin Ina Müller, „ob sie mehr als fünf Affären mit verheirateten Männern hatte“, hat Barbara Schöneberger laut „Woche der Frau“ mit „weniger“ beantwortet. Allerdings: „,Ich habe auch nicht immer so genau gefragt‘, erklärt sie unsicher und schiebt die dickste Zote hinterher: ,Es war ja manchmal so wenig Zeit, dass man über die Ehefrau gar nicht sprechen konnte.‘“ Wir sind da vielleicht altmodisch, finden aber, dass man sich diese Zeit nehmen sollte: Vor dem Abflug noch gemeinsam im Bett ein paar Familienfotos anschauen („Das ist meine Frau. Und hier meine Kinder.“ – „Süß! Ganz der Papa.“), das gäbe dem moralischen Fehltritt einen versöhnlichen Schlusspunkt.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
„Erotik-Geständnis – So offen war sie nie!“, titelt „Woche der Frau“ nicht über Schöneberger, sondern über Maite Kelly, die ihre „Menopause-Hormone“ in einer Talkshow als „so geile Scheißegal-Hormone“ bezeichnet habe. Ihre jetzt veröffentlichten, offenbar ans Eingemachte gehenden Songs habe sie schon vor längerer Zeit geschrieben: „Damals habe sie den Drang verspürt, sich stärker mit Erotik und Weiblichkeit auseinanderzusetzen. Wegen Corona und Ukraine-Krieg hatte Maite Kelly das zurückgestellt.“ Verstehen wir; auch wir selbst werden unsere Midlife-Crisis zurückstellen und uns erst dann mit Männlichkeit auseinandersetzen, wenn die Merz-Krise überstanden ist.
Mit ihren 58 Jahren noch eine Lebensphase weiter als Kelly ist Autorin Ildikó von Kürthy, die das in der „Aktuellen“ jedoch ins Positive wendet: „Ich bin nicht zu alt für hohe Schuhe – sondern endlich alt genug für flache Schuhe.“ So sollten wir Älteren es alle sehen: nicht zu alt für Energydrinks – endlich alt genug für Eierlikör. Nicht zu alt für Strapse – endlich alt genug für Stützstrümpfe. Nicht zu alt für Technoclubs – endlich alt genug für den ZDF-„Fernsehgarten“.
Wie der Sohn von Andrea Kiewel ihren Job beschrieb
Apropos: „Dass seine Mama Andrea Kiewel (61) Moderatorin beim ,Fernsehgarten‘ ist, das hat Johnny (heute 24) lange nicht verstanden“, teilt uns „Freizeitrevue“ mit. „In einem Aufsatz schrieb er noch mit 14: ,Meine Mama arbeitet am Pool.‘“ Lustig, aber glauben, „Freizeitrevue“, würden wir das nicht. Johnny wird mit 14 sehr wohl verstanden haben, was seine Mama macht, nur dürfte es ihm als Teenager einfach peinlich gewesen sein.
Familiäres über Nicole erfahren wir dank „Frau im Spiegel“, die die Sängerin mit ihren Schwestern zeigt und schreibt: „Beide arbeiten im Ministerium in Saarbrücken.“ Das klang uns zunächst leicht unpräzise, dann aber haben wir uns gedacht: Besonders groß ist das Saarland ja nicht, vermutlich reicht ein einziges Ministerium da völlig aus.
Nach Bayreuth hat sich „Bunte“ begeben und will von Katharina Wagner recht uncharmant wissen, wie sie es geschafft habe, „all die lästigen Pfunde loszuwerden“. Wagners Antwort klingt nicht eben Longevity-kompatibel: „Ich habe einfach fast nichts gegessen. Das ist vielleicht nicht unbedingt gesund, aber man nimmt dann schnell ab.“ Statt einer FdH-Diät, „Friss die Hälfte“, eine Ffn-Diät, „Friss fast nichts“ – uns persönlich, auch wenn wir gewisse Capybara-Tendenzen haben, wäre das zu radikal. Wir versuchen erst einmal, die Mahlzeiten fünf oder sechs wegzulassen.
