Fast 10.000 Hitzetote in einer Woche: Warum ist der Aufschrei darüber nicht größer? Es gibt einige naheliegende Gründe dafür – und überraschende.
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© [M] Hannes P Albert/dpa
Bei manchen Nachrichten ist die Wirkung mindestens so wichtig wie die Nachricht selbst. Genauer gesagt: ihre Fast-gar-nicht-Wirkung. 9.600 Menschen sind allein in der Woche vom 22. bis zum 29. Juli hitzebedingt gestorben, meldete das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Donnerstag, fast doppelt so viele, wie es in den vorläufigen Berechnungen des Instituts waren. Die Zahl ist, für sich genommen, schockierend hoch, sondersendungs- und sondersitzungshoch. Aber nichts dergleichen. Fast 10.000 Tote in einer Woche: Man stelle sich vor, was los wäre, wenn ein Terroranschlag dafür verantwortlich wäre, eine Flut, eine neue Seuche. Stattdessen fast Routine, verhaltener Aktionismus höchstens: Verbände, Mediziner und Opposition fordern was, Behörden reden über Zuständigkeiten, der Kanzler bleibt im Sommerurlaub, kein Wort von ihm zu den 10.000 Toten.
