In Kias Werbewelt schrumpft die Konkurrenz auf holziges Spielzeugformat. Sobald der neue Seltos ums Eck biegt, wirkt der übrige Verkehr wie aus dem Kinderzimmer. Zumindest in einer amerikanischen Reklame. Mit Sinn für Humor und wohl auch für die Belange der mobilen Menschheit hat es das SUV zum global zweitmeistverkauften Modell der Marke gebracht.
Deshalb kommt jener jetzt auch nach Deutschland, gleichwohl ist die Lücke zwischen dem Crossover Xceed und dem elf Zentimeter längeren SUV Sportage zu schließen. Ein Elektroauto ist der Seltos nicht. Das wäre ja Spielzeug. Jene Rolle übernimmt der EV 5. So weit, so klar.

Das Antriebsportfolio gilt in erster Linie mit Benziner und Vollhybrid als abgehandelt. Letzterer wird ab dem vierten Quartal spielerischen Tatendrang folgen lassen, mit 154 oder 178 PS, knapp 1,5 kWh kleiner Batterie und erstmals mit teilelektrischem Allradantrieb sowie der Möglichkeit, externe Geräte zu laden.
Das geht im gefahrenen Benziner gewiss nicht, aber klassischen Allradantrieb gibt es auf Wunsch dennoch. Und die Koreaner böten noch immer die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen. Am Schaltknüppel, versteht sich.

Von wegen Holzklasse
180 Pferdestärken bringt der schon jetzt erhältliche 1,6 Liter große Vierzylinder mit Turboaufladung ins Spiel, mithin nicht sonderlich aufgeweckte. Unter einer Anfahrschwäche, wie fast alle anderen Kia mit diesem Aggregat, leidet auch er, die siebenstufige Doppelkupplung schaltet, wie ein auf höchste Effizienz ausgelegtes Getriebe eben schaltet.

Zackiges Fahren ist zu unterlassen, höhere Drehzahlen sind gewiss kein Balsam für die Seele. Stetiges Dahingleiten schon eher, das einfache Fahrwerk ist harmonisch abgestimmt und besänftigt. Ebenso körperschmeichelnde Sitze, viel Platz und eine auf den ersten Blick ordentliche Verarbeitung. Einkäufe für einige hungrige Mäuler passen auch hinein, 536 bis gut 1500 Liter fasst das Gepäckabteil mit ebenem Ladeboden.
Kias neue Infotainmentgeneration gefällt mit eingänglicher wie flotter Bedienung, kabelloser Smartphoneverknüpfung, Over-the-Air-Updates und Streaming. Erfreulich ist zudem, dass sich die lästigsten Assistenzsysteme direkt am Lenkrad stumm schalten lassen. Los geht’s mit neuer Farbe Tan Beige von rund 34.000 Euro an.
