Nach sechs Wochen Vorbereitung ist der FC St. Pauli nach Meinung des neuen Trainers Marcel Rapp bereit für die 2. Fußball-Bundesliga. «Wir sind jetzt auf einem Stand körperlich, aber auch in der Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, dass es losgehen kann um Punkte», sagte er bei der Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen die SpVgg Greuther Fürth.
Von der direkten Rückkehr in die Bundesliga nach dem Abstieg im Mai will der 47-Jährige nicht sprechen. Der Nachfolger von Alexander Blessin schließt sich eher den Einschätzungen von St. Pauli-Präsident Oke Göttlich und Sportchef Andreas Bornemann an, dass der Verein unter den ersten 25 Teams im deutschen Fußball gehören soll. Das hieße für die 2. Bundesliga Platz sieben oder besser.
Top 25 im deutschen Fußball weiter das Ziel
«Ich glaube, wenn wir uns in dem Rahmen bewegen und uns das als Ziel vornehmen, dann ist das realistisch», sagte der gebürtige Pforzheimer. «Und ich glaube, so soll das ja auch sein, mit aller Luft nach oben und wohl wissend mit allen Schwierigkeiten, die Absteiger normalerweise haben in der 2. Liga.»
Wie schwer sich Erstliga-Absteiger mitunter in der 2. Bundesliga tun, erlebte Rapp in der vergangenen Saison mit Holstein Kiel. Nach einem Jahr in der Bundesliga verabschiedeten sich die Kieler wieder aus der Beletage. In der 2. Liga drohte sogar der Durchmarsch in Liga 3. Ende Februar trennte sich der Verein nach fünfeinhalb Jahren von ihm. Mit Trainer Tim Walter retteten sich die Kieler.
«Sind auf einem guten Weg»
Er glaube, dass man Vereine nicht vergleichen könne, betonte Rapp. Trotzdem gebe es aber auch Erfahrungswerte. «Ich glaube, das ist immer so bei einem Abstieg, dass es einen kleinen Umbruch im Kader gibt. Den haben wir auch, den muss man handeln, und da sind wir dabei», meinte er. Ob das gelingt, «werden wir dann in ein paar Wochen sehen».
Sie seien aber auf einem guten Weg, «wenn ich den Spirit in der Mannschaft sehe, die Stimmung in der Mannschaft, aber auch die Qualität, die wir im Training haben, dann stimmt mich das sehr zuversichtlich». Und trotzdem wisse er noch nicht, «wie es am Wochenende ist und wie es dann in ein paar Wochen ist. Aber grundsätzlich, glaube ich, stimmt die Richtung, die wir eingeschlagen haben».
Neuzugang Thordarson Kandidat für das Spiel gegen Fürth
Wenige Stunden vor der Pressekonferenz hatte der FC St. Pauli die Verpflichtung des Isländers Gisli Thordarson bekanntgegeben. Der 21 Jahre alte Nationalspieler kommt vom polnischen Meister Lech Posen und ist für das zentrale und das defensive Mittelfeld vorgesehen. Nach Einschätzung von Rapp könnte Thordarson gegen die Fürther direkt zu seinem Debüt kommen.
«Der ist gesund, der hat schon ein paar Wochen länger trainiert als unsere Jungs. Er war jetzt zum ersten Mal beim Training, macht einen guten Eindruck. Er ist auf jeden Fall ein Kandidat, dabei zu sein», sagte er.
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