Betrüger haben im vergangenen Jahr hohe Schäden verursacht, indem sie sich als Polizisten ausgegeben haben. Rund 50 Millionen Euro haben sie auf diese Weise erbeutet, wie das Bundeskriminalamt auf Anfrage mitteilte. Das sind gut 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Die vorgeblichen Polizeibeamten berichten am Telefon oder an der Türschwelle etwa von erfundenen Einbrüchen in der Nachbarschaft und fordern ihre Opfer dazu auf, Schmuck, Bargeld und andere Wertgegenstände auszuhändigen. Weiterhin hatten Betrüger Erfolg damit, sich als Familienmitglieder auszugeben, die in einer Notlage stecken. Solche »Enkeltricks« oder »Schockanrufe« waren aber zuletzt rückläufig.
Täter agieren aus dem Ausland
Das Bundeskriminalamt schätzt, dass Betroffene nur knapp die Hälfte der Fälle zur Anzeige bringen. Der Opferhilfeverein Weißer Ring führt die hohe Dunkelziffer auf Schamgefühle zurück, von denen oft stark betroffen sei, wer auf falsche Polizisten, Enkel oder Liebhaber hereinfällt.
Laut der Polizei Nordrhein-Westfalen stellen sich die Betrüger oft unter dem Namen realer Polizeibeamter vor. Viele »falsche Polizisten« erreichen ihre Opfer zudem aus Callcentern im Ausland. Mittels »Call-ID Spoofing« täuschen sie vor, von Polizei-Rufnummern aus anzurufen. Im Handydisplay der Betroffenen erscheint dann etwa die »110«.
