Rund 350.000 Haitianer in den USA verlieren ihren vorübergehenden Schutzstatus und damit ihre Arbeitserlaubnis. Eine US-Bundesrichterin hob eine zuvor verhängte Blockade gegen die Entscheidung der Regierung von Präsident Donald Trump auf. Richterin Ana Reyes ordnete dies an, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am 25. Juni die Entscheidung der Regierung bestätigt hatte, das Schutzprogramm auslaufen zu lassen. Betroffene aus Haiti hatten dagegen geklagt und der Regierung Rassismus vorgeworfen, sie unterlagen jedoch.
Die Betroffenen lebten und arbeiteten mit dem sogenannten Temporary Protected Status (TPS) legal in den Vereinigten Staaten. »Aufgrund der heutigen Umsetzung der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs dürfen haitianische TPS-Inhaber – allesamt Menschen ohne Straftaten – nun nicht mehr legal arbeiten. Viele von ihnen müssen zudem mit einer Abschiebung nach Haiti rechnen«, sagte Geoff Pipoly, der leitende Anwalt der haitianischen Betroffenen.
Trump beendete Schutzstatus für eine Million Menschen
Der 1990 vom US-Kongress beschlossene Temporary Protected Status (TPS) ermöglicht es Menschen aus bestimmten Ländern, vorübergehend legal in den USA zu leben und zu arbeiten. Voraussetzung dafür ist, dass sie sich bereits im Land befinden und ihre Heimat als unsicher gilt.
Haiti war nach dem schweren Erdbeben von 2010 in die Länderliste aufgenommen worden, wobei die Regelung wegen der Bandengewalt in dem Land mehrfach verlängert wurde. Im Zuge ihrer verschärften Einwanderungspolitik beendete die Trump-Regierung den TPS-Status für rund eine Million Menschen aus mehr als einem Dutzend Ländern, darunter Haiti und Syrien.
