Ich stehe vor dem Spiegel und versuche verzweifelt festzustellen, wie viel Cellulite ich habe. Ich drehe und wende mein Bein, schaue, wie das Licht fällt, wenn ich es hebe, und frage mich, ob sich andere ekeln, wenn sie mich in einer kurzen Hose sehen. Ich bin zwölf.
So oder so ähnlich hat sich diese Szene tausendfach abgespielt. Ich erinnere mich, wie ich in der Schule Mitschülerinnen gebeten habe, zu schauen, ob es sehr auffällt, dass mein rechtes Bein dicker ist als mein linkes. Ich stellte mir vor, wie ich ein großes Messer nehme und etwas aus den Seiten meiner Oberschenkel herausschneide. Wie glücklich ich dann sein würde! Aber es waren natürlich nicht nur die dicken Oberschenkel, auch der Bauch war immer ein Problem. Dieser verdammte Bauch.
