
Überfälle, bei denen ein Auto gezielt gestoppt und die Insassen ausgeraubt werden, kennt man sonst eher aus Berichten über ferne Länder. Nun hat sich ein solcher Fall auch im hessischen Bad Homburg ereignet: Zwei Vermummte stellten sich am Samstagabend nahe dem Kurpark vor den Wagen einer 56 Jahre alten Autofahrerin, rissen die Fahrertür auf und raubten ihr unter anderem eine Rolex und zwei Ringe. Die Polizei spricht von einem außergewöhnlichen, professionell geplanten Vorgehen – und rät Autofahrern, wie sie sich im Notfall verhalten sollten, um Risiken zu verringern.
So seien Türen während der Fahrt grundsätzlich zu verriegeln, und es sollte ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gehalten werden. Dadurch bleibe im Notfall mehr Handlungsspielraum. Wer in eine potentiell bedrohliche Situation gerate, sollte zudem die Umgebung beim Verlangsamen und Anhalten aufmerksam beobachten.
Würden Autofahrer, etwa beim Warten vor einer Ampel, von Personen am Fahrbahnrand angesprochen, sollten sie laut Polizei zunächst im Fahrzeug bleiben und das Fenster nur einen Spalt öffnen. Auch bei einem vermeintlichen Auffahrunfall sollte die Fahrertür nicht sofort geöffnet werden. Erschienen die Umstände verdächtig, könne über den Notruf 110 Hilfe gerufen werden. Falls kein Telefon erreichbar sei, könnten Warnblinkanlage, Hupe oder eine Notruftaste des Fahrzeugs genutzt werden.
Die Polizei rät zudem, verdächtige Situationen möglichst nicht durch unnötiges Anhalten zu verschärfen. Wer sich bedroht fühle, solle der Polizei den eigenen Standort mitteilen sowie eine Beschreibung des verdächtigen Fahrzeugs geben. Im Falle einer Verfolgung gelte außerdem: Autofahrer sollten nicht direkt nach Hause fahren, sondern eine Polizeidienststelle oder einen anderen sicheren Ort ansteuern.
Komme es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer unmittelbaren Konfrontation, habe die eigene Sicherheit Priorität. Die Polizei rät, keinen Widerstand zu leisten, die Täter nicht zu provozieren und körperlichen Kontakt zu vermeiden. Nach der Herausgabe von Wertgegenständen oder des Fahrzeugs sollte die Opfer den Tatort verlassen und schnellstmöglich die Polizei verständigen.
Auch Zeugen eines möglichen Überfalls sollten sich nicht in Gefahr bringen, heißt es, sondern bedrohten Personen Unterstützung anbieten und gegebenenfalls die Polizei informieren. Die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer hätten stets Vorrang.
