Mehr Soldaten, mehr Kasernen, mehr Waffen: Die Bundeswehr soll zur stärksten Armee Europas werden. Das haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) als Ziel ausgerufen. In wenigen Jahren wollen sie Deutschland kriegstüchtig machen. Wo steht die Truppe auf dem Weg dorthin?
Noch ein weiter Weg ist es zu den 260.000 aktiven Soldaten, die die Bundeswehr bis Mitte der Dreißigerjahre stellen will. Seit der ehemalige Kanzler Olaf Scholz (SPD) die „Zeitenwende“ kurz nach Beginn des Ukrainekrieges ausgerufen hat, ist die Truppe bis Ende Juni um nicht einmal 2000 Soldaten auf 185.196 gewachsen. Zuletzt sank die Gesamtstärke wieder leicht; das Verteidigungsministerium begründet das mit saisonalen Schwankungen. Dennoch feiert man am Bendlerblock seit Monaten eine „anhaltende erfreuliche Entwicklung“ bei den Bewerbungen sowie Neueinstellungen und verweist auf deutliche Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr.
Mit Bewerbungen habe die Truppe kein Problem, sagte der Präsident des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr, Generalleutnant Robert Sieger. Aber aufgrund des Bedarfs für spezielle Dienstposten und entsprechend hohen Qualifikationen schmelze die Bewerberzahl schnell dahin. Auch die hohe Abbrecherquote bremst den Aufwuchs: Im vergangenen Jahr haben rund 25 Prozent der jungen Rekruten in den ersten sechs Monaten ihrer Dienstzeit das Handtuch geworfen.
„Bürokratie umso überbordender“
Die Bundeswehr tut sich trotz Werbekampagnen und Präsenz in den sozialen Medien schwer, junge Menschen an sich zu binden. Stefan Bayer, Forschungsleiter der Denkfabrik der Bundeswehr German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), hat eine Erklärung dafür: „Die hohe Abbrecherquote liegt häufig daran, dass einerseits die Kommunikation mit den Betroffenen unzureichend, dafür aber die Bürokratie umso überbordender ist.“ Darunter litten Vertrauen und Zufriedenheit im Job. Dazu komme, dass es manchmal an sinnstiftenden Aufgaben fehle. „Wo es vorkommt, dass Rekruten ‚rumsitzen‘, morgens zum Kaffee holen und abends zum Computer ausschalten eingesetzt werden, verlieren wir die jungen Menschen.“
Grundsätzlich sind die Forscher des GIDS skeptisch, ob der notwendige Aufwuchs auf freiwilliger Basis zu erreichen ist. Das sei nicht nur ein Problem der Bundeswehr, sondern der gesamten demographischen Entwicklung Deutschlands, sagt Bayer. „Die Boomer-Generationen, die sich jetzt langsam in den Ruhestand verabschieden, haben – jedenfalls mit Blick auf das heutige Arbeitskräftepotential – viel zu wenig Kinder ‚produziert‘.“ Es gebe also immer weniger junge Menschen, die dann auch nicht nur bei der Bundeswehr arbeiten wollten.
Auch manch hochrangiger Militär und Verteidigungspolitiker zweifelt an dem neuen Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit basiert. Er dient insbesondere der Stärkung der Reserve, die künftig von einigen wenigen Zehntausend Männern und Frauen auf 200.000 aufwachsen soll. Pistorius sagte der F.A.Z. kürzlich, dass Freiwilligkeit das Gebot der nächsten Jahre bleibe. Verpflichtend ist derzeit nur das Ausfüllen eines Onlinefragebogens für alle Männer nach ihrem 18. Geburtstag, um deren Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erfassen. Vom nächsten Jahr an soll eine verpflichtende Musterung eingeführt werden – weil erst dann die notwendige Infrastruktur bereitsteht.

Das Ministerium zeigt sich damit bislang zufrieden: Die Datenabfrage laufe „reibungslos“. Demnach wurden bis Mitte Juni knapp 300.000 Schreiben an junge Männer und Frauen verschickt, 96 Prozent der Männer hätten geantwortet und davon jeder fünfte Interesse an einem Dienst in der Truppe gezeigt. Allerdings wertet das Ministerium auf einer Skala von null bis zehn bereits eine Antwort mit einer „1“ als Interessenbekundung für den Wehrdienst. Die Hälfte der „Interessierten“ hat sein Kreuz im unteren Bereich der Skala (eins bis vier) gesetzt.
0,18 Prozent der Angeschriebenen fest eingeplant
Bis Ende Juni konnten von den Personen, die den Fragebogen beantwortet haben, nur etwa 530 Personen fest für den Wehrdienst in diesem Jahr gewonnen werden – rund 0,18 Prozent der Angeschriebenen. Der neue Wehrdienst begann allerdings auch erst im Januar, und das Ministerium weist darauf hin, dass etwa zwei Drittel der möglichen Anwärter aufgrund von Schule oder Ausbildung erst in ein bis zwei Jahren verfügbar seien – entsprechende Einstellungsangebote würden vorbereitet.
Der Reservistenverband spricht von einem „Wachstum im Schneckentempo“. Er geht dennoch davon aus, dass die Bundeswehr die Aufwuchskorridore, die im Wehrdienstgesetz festgelegt sind, vermutlich in den kommenden Jahren einhalten werde. Denn diese sind zunächst nicht sehr hoch angesetzt. Etwa 800 Soldaten fehlen aktuell dieses Jahr, um die untere Grenze von 186.000 Soldaten zu erreichen. Für 2027 und 2028 sind jeweils wenige Tausend neue Rekruten vorgesehen. „Erst ab den 2030er Jahren könnte es heikel werden“, teilt der Reservistenverband mit. Dann fordert das Gesetz einen Aufwuchs von 10.000 Soldaten und mehr pro Jahr. Sollten sich nicht genügend Freiwillige finden, kann der Bundestag über eine „Bedarfswehrpflicht“ abstimmen, um die Lücke zu schließen.
Mehr Kasernen braucht das Land
Die Resonanz von betroffenen Kommunen war gemischt, manche zeigten sich überrumpelt. So ist auch das Stimmungsbild unter jenen Städten und Gemeinden geteilt, deren Flächen das Ministerium vor Kurzem als besonders geeignet identifiziert hat: Während Cuxhaven, Sigmaringen, Soest und Boostedt die Pläne der Bundeswehr begrüßen, äußern sich Mönchengladbach, Friedberg und Speyer zurückhaltend bis skeptisch. Man nehme das Interesse des Ministeriums zur Kenntnis, heißt es etwa kühl von der Sprecherin der Oberbürgermeisterin der rheinland-pfälzischen Stadt Speyer, Stefanie Seiler (SPD). Auf dem dortigen Gelände der früheren Kurpfalz-Kaserne sollten eigentlich Wohnungen und Betriebe angesiedelt werden. Laut der „Badischen Zeitung“ hat die Stadt bereits 270.000 Euro investiert; ein Vertrag zum Kauf des Geländes sei unterschriftsreif gewesen – dann kam das Moratorium.
Laut Pistorius gibt es keinen rechtlichen Anspruch auf Entschädigung: Viele Flächen sind noch nicht in den Besitz der Kommunen übergegangen. Nach Recherchen des Redaktionsnetzwerks Deutschland und Partnermedien haben die Kommunen mehr als zwölf Millionen Euro an Planungskosten für die zivile Nutzung früherer Militärstandorte ausgegeben, die nun die Bundeswehr beanspruchen könnte.
Kiel soll neue Heimat des Seebataillons werden
Nur vereinzelt sind die Verhandlungen schon weit fortgeschritten. So haben die Stadt Kiel und der Bund eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach unter anderem die Fläche des ehemaligen Marinefliegergeschwaders 5 künftig wieder von der Truppe genutzt wird: Es soll die neue Heimat des Seebataillons der Marine werden, mit 1500 Personen und mehreren Dutzend kleinen Kampfbooten. Ursprünglich sollten dort mehr als 2000 Wohnungen entstehen; die Absichtserklärung sieht Ersatzflächen und Entschädigungen für die Stadt vor. Kiel ist in einer guten Verhandlungsposition, da es die Fläche bereits erworben hat. Eine Einigung gilt als wahrscheinlich. Die Kieler Ratsversammlung hat zuletzt trotz scharfer Kritik der Linken mit großer Mehrheit zugestimmt. Die abschließenden Verhandlungen dürften sich aber noch Monate ziehen.
Darüber hinaus will das Verteidigungsministerium bestehende Kasernen mit weiteren Gebäuden ausbauen und prüft auch Flächen im Eigentum Dritter. Insgesamt sollen bis 2031 rund 40.000 weitere Unterbringungsmöglichkeiten entstehen. Konkrete Zielmarken gibt es dafür noch nicht: Die „internen Prüfungs- und Entscheidungsprozesse“ seien noch nicht abgeschlossen, heißt es von einer Ministeriumssprecherin. Daher könnten noch keine Aussagen über Zeitlinien getroffen werden.
„Wir müssen realistisch sein: Ohne zeitgemäße Kasernen werden wir nicht genug junge Leute gewinnen können“, sagt Bayer von der Denkfabrik der Bundeswehr. Nach Schätzungen des GIDS liegen die Ausgaben weit über dem jetzigen Verteidigungshaushalt, über den der Ausbau der Liegenschaften primär finanziert werden soll. „Da müssen wir kreative Lösungen finden, sonst wird es wirklich schwierig, die Ziele zu erreichen.“ Man müsse deshalb über neue Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken: Privates Kapital werde trotz der erheblichen öffentlichen Beträge zusätzlich erforderlich sein, um neue Kasernen zu bauen und bestehende zu sanieren. „Diese Facette wird in der Zeitenwende bislang zu wenig berücksichtigt.“
Ein „trauriges Beispiel“
Die Modernisierung bestehender Kasernen ist ein Thema, das die Truppe schon seit Jahren beschäftigt und auch künftig begleiten wird. „Es bedarf zwingend der beschleunigten Sanierung zahlreicher maroder Kasernen“, heißt es im Wehrbericht 2025. Der Wehrbeauftragte Henning Otte nennt einige Beispiele dafür: verschmutztes Warmwasser und deutlich zu wenig nutzbare Toiletten in der Generalmajor-Freiherr-von-Gersdorff-Kaserne in Nordrhein-Westfalen etwa oder Schimmelbefall beim Marineunterstützungskommando in Wilhelmshaven.
Ein „trauriges Beispiel“ sei die Oberpfalz-Kaserne in Pfreimd: Hier seien nahezu sämtliche Gebäude in schlechtem Zustand; fast alle Neu- und Umbauprojekte verzögerten sich. Dennoch nennt der Wehrbeauftragte Bayern als mögliches Vorbild für andere Bundesländer. Der Freistaat hat 2024 ein Gesetz zur Förderung der Bundeswehr beschlossen, wonach der Ausbau von Militärstandorten „im überragenden öffentlichen Interesse“ liege und erleichtert werden solle. Schon zuvor habe Bayern, heißt es im Wehrbericht, mit „innovativen Ansätzen“ Erfolge gefeiert: darunter die Errichtung von 180 Unterkünften an der Universität der Bundeswehr München in weniger als zwei Jahren. Dies sei durch eine modulare Bauweise ermöglicht worden.
Auf diese Methode setzt das Ministerium auch bei der Entwicklung von 270 Kompaniegebäuden für Rekruten und ihre Ausbilder, die bei der Industrie in Auftrag gegeben werden soll. Die Planer greifen auf das sogenannte G-CAP-Modell zurück, das schon seit Jahren in Auslandseinsätzen genutzt wird. Dabei werden Größe und Form der Räume vorgegeben. Pistorius sprach von einem „Kasernenbau vom Fließband“. Im kommenden Jahr soll damit begonnen werden, das Vergabeverfahren ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen.
Wettrüsten mit der Zeit
Zusätzliche Kasernen und Soldaten nutzen wenig, wenn Waffen fehlen. Zwei Rückschläge musste Boris Pistorius in diesem Jahr hinnehmen: die abgesagte Stationierung von amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland. Und das endgültige, wenn auch schon lange absehbare Ende des Kampfflugzeugprojekts FCAS mit Frankreich. Für eine FCAS-Alternative gibt es mehrere Optionen, vom Einstieg in ein bereits laufendes internationales Kampfflugzeugprojekt über den Kauf zusätzlicher F-35-Kampfflugzeuge aus den USA bis hin zu einem deutschen Alleingang. Eine Entscheidung steht noch aus.
Dafür hat die Bundesregierung mittlerweile eine Teillösung für die amerikanische Stationierungsabsage gefunden: Auf dem NATO-Gipfel in Ankara verkündete Kanzler Merz, dass Washington dem Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zugestimmt habe; die angestrebte Stückzahl ist geheim, und auch die Kosten und der Zeitplan sind nicht öffentlich bekannt. Die Waffen sind Mangelware, insbesondere nachdem die USA mehr als 1000 Stück gegen Iran abgefeuert haben sollen. Die Industrie kommt mit der Produktion nicht hinterher; eine frühere Bestellung Japans könnte sich laut Medienberichten erheblich verzögern.
Der Tomahawk aber hat für Berlin Priorität. Mit einer Reichweite von 2500 Kilometern soll er eine Fähigkeitslücke schließen. Die bisher mächtigste Waffe im deutschen Arsenal, der Marschflugkörper Taurus, hat eine deutlich geringere Reichweite von mehr als 500 Kilometern – er soll künftig zum Taurus Neo modernisiert werden. Der Tomahawk soll eine Übergangslösung sein, bis die Europäer selbst weitreichende Raketen oder Marschflugkörper produzieren, etwa durch das Projekt European Long-Range Strike Approach (ELSA). Das jedoch schreitet nur langsam voran.
Deutschland fährt den Beschaffungsmotor hoch
Ohne Frage hat Deutschland den Beschaffungsmotor seit 2022 erheblich hochgefahren. Das zeigt schon ein Blick auf die Anzahl der sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen, große Rüstungsvorhaben, die der Haushaltsausschuss des Bundestags genehmigen muss: Waren es 2023 noch 55, stiegen sie 2024 auf 97 und erreichten 2025 mit 103 den bisherigen Höchstwert. Das Verteidigungsministerium rechnet für dieses Jahr mit einem ähnlich hohen Niveau. Der Bundestag hat grünes Licht für die Beschaffung zahlreicher Waffensysteme gegeben: darunter zusätzliche Kampf- und Schützenpanzer, Hubschrauber, U-Boote und Drohnen. Bis das alles aber tatsächlich auf dem Hof steht, wird noch einige Zeit vergehen.
Besonders drängt der Ausbau der Luftverteidigung, die Deutschland nach dem Kalten Krieg stark vernachlässigt hatte. Mit einem mehrschichtigen Schutzschirm will sich das Land nun gegen Bedrohungen in allen Höhenlagen rüsten. Drei Luftverteidigungssysteme bilden den Kern: Iris-T, Patriot und Arrow 3. Die derzeitige Stückzahl der Truppe aber ist stark begrenzt. Die Luftwaffe verfügt bislang nur über eine Iris-T-Batterie – nach anderthalbjähriger Prüfung durch das Beschaffungsamt, obwohl sie sich in der Ukraine längst bewährt hat. Bis nächstes Jahr soll die Truppe fünf weitere Batterien bekommen; es steht ein Gesamtbedarf von bis zu 50 Iris-T im Raum.
Nach der Abgabe mehrerer Systeme an die Ukraine besitzt die Bundeswehr auch nur noch eine einstellige Zahl an Patriots. Acht weitere der weltweit begehrten Batterien wurden bestellt. Zumindest steht Berlin nach eigenen Angaben ganz oben auf der Liste des US-Verteidigungsministeriums. Nur wann genau der Nachschub kommt, ist offen.
Ein erster großer Schritt in der Luftverteidigung
Einen ersten großen Schritt in der Luftverteidigung ist Deutschland gegangen: In einem Waldgebiet an den Grenzen von Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind seit Kurzem die markante Radarkuppel und die Abschussrampe von Arrow 3 stationiert. Das israelisch-amerikanische System bekämpft weitreichende Raketen außerhalb der Erdatmosphäre, zuvor war die Truppe in diesem Bereich blank. Deutschland soll es vor schwer zu verteidigenden Flugkörpern wie der russischen Oreschnik schützen. Aber erst von 2030 an sollen dieses und zwei weitere Systeme, die in Deutschland stationiert werden, voll einsatzbereit sein.

Ausgerechnet wenige Tage vor der Inbetriebnahme von Arrow 3 offenbarte sich, in welchem Bereich die Bundeswehr nach wie vor große Schwächen aufweist: Über dem Standort wurden mehrere Drohnen gesichtet; offenbar schlugen Abwehrversuche fehl. Es war nicht das erste Mal, dass unbemannte Fluggeräte über sensiblen Liegenschaften ihre Kreise ziehen. Der Hoffnungsträger der Bundeswehr für die Lücke in der Drohnenabwehr heißt Skyranger 30. Das System von Rheinmetall kann als Geschützturm auf mehreren Fahrzeugen montiert werden. Das Kernstück, eine Revolverkanone, verschießt 1250 Splittergeschosse pro Minute. Die Skyranger 30 sollen das Rückgrat der im Wiederaufbau befindlichen Heeresflugabwehrtruppe werden, Berlin will wohl mehrere Hundert Systeme beschaffen.
Verzögerungen beim Hoffnungsträger
Jedoch kommt es schon bei den ersten bestellten 19 Stück zu Verzögerungen, was mit spezifischen Änderungswünschen der Bundeswehr zu tun hat: So sollen die Skyranger 30 als Sekundärbewaffnung andere Lenkflugkörper bekommen als ursprünglich geplant. Österreich, das offensichtlich weniger anspruchsvoll ist, erwartet dagegen eine pünktliche Lieferung. Der Sprecher des österreichischen Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, kommentierte die Rüstungspolitik des Nachbarlandes auf der Plattform X so: „Die Bundeswehr will den Skyranger mit einer Boden-Luft-Rakete ausstatten. Diese ist noch nicht fertig entwickelt; daher die Verzögerung.“ Das Bundesheer setze auf einen bereits verfügbaren Flugkörper; daher laufe in Österreich alles nach Plan.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger versicherte entgegen anderslautenden Berichten, dass die Lieferungen in Deutschland sich nur um fünf Monate verzögerten; nächstes Jahr soll es losgehen. Dann aber zunächst ohne den von der Bundeswehr gewünschten Lenkflugkörper. Der ist erst zum Ende des Jahrzehnts einsatzbereit.
Die Skyranger-Geschichte scheint sinnbildlich für die ambitionierten Ziele der Bundeswehr, bei der Anspruch und das Tempo der Realität oftmals auseinanderklaffen. „Wenn wir 2029 verteidigungsfähig sein wollen, sind wir 2026 eigentlich am Ende der Fahnenstange angelangt“, sagt Bayer von der Denkfabrik der Bundeswehr. Für ihn kommt das in diesem Jahr beschlossene Gesetz zur Beschleunigung der Beschaffung zu spät. Das Gerät müsse formal beschafft, an die Truppe geliefert und die Soldaten schließlich daran ausgebildet werden. „Das wird sportlich.“
