Die Polizei ist in den nächsten Tagen verstärkt im Einsatz, um zu schnelles Fahren einzudämmen. Damit startet heute der sogenannte Blitzermarathon, auch Speedweek genannt. Laut dem Automobilclub ADAC beteiligen sich mehrere Bundesländer an der Aktion, jedoch nicht alle. Die Maßnahme fällt mitten in die Ferienzeit und trifft daher diesmal auch viele Urlauber. Bereits im Frühjahr gab es gezielte Kontrollen über mehrere Tage.
Mit der Aktion soll bis zum kommenden Sonntag laut Polizei und Innenministerien der beteiligten Länder die Zahl der schweren Verkehrsunfälle reduziert werden. 2025 starben bei Unfällen im Straßenverkehr mehr als 2.800 Menschen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren das 62 Getötete mehr als im Jahr zuvor. Zu schnelles Fahren ist nach Einschätzung von Experten eine häufige Unfallursache. Insbesondere an Unfallschwerpunkten müssten
Autofahrer daher mit Tempokontrollen rechnen.
Die Innenministerien von Baden-Württemberg und
Nordrhein-Westfalen teilten vorab nicht mit, wo genau mobile und stationäre
Blitzer in den kommenden Tagen stehen werden. Die Leiterin der
Verkehrspolizei der Brandenburger Polizeidirektion West, Peggy Baier, sprach
davon, dass die Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufgestellt würden, sondern auch in ländlichen Bereichen. Anders als bei der Aktion im
Frühjahr gibt es laut ADAC diesmal keinen Hauptkontrolltag.
Blitzermarathon im April stellte 58.347 Verstöße fest
Der ADAC Nordrhein forderte dauerhaft mehr
gezielte Kontrollen gerade an Unfallschwerpunkten. Auch der Automobilclub von
Deutschland (AvD) sprach sich für eine dauerhafte Kontrolle an Unfallschwerpunkten
aus. Er kritisierte aber den Zeitpunkt der Aktionswoche in der Hauptreisezeit.
Kontrollen sollten nicht den Eindruck erwecken, »in erster Linie der
Einnahmeerzielung zu dienen«.
Die Speedweek ist eine vom europäischen
Polizeinetzwerk Roadpol europaweit abgestimmte Aktion. Jedes Jahr im April und
im August finden solche Kontrollwochen statt. Allein in Baden-Württemberg stellte die Polizei bei der Kontrollwoche im April
58.347 Verstöße festgestellt.
